Reuters

Credit Suisse spürt im Sommerquartal Gegenwind

27.09.2016
um 13:16 Uhr

Zürich (Reuters) - Die Credit-Suisse-Anleger müssen sich auf einen durchwachsenen Zwischenbericht der Schweizer Großbank einstellen.

Im dritten Quartal spürte das Institut in Teilen des Vermögensverwaltungsgeschäfts Gegenwind, wie Konzernchef Tidjane Thiam am Dienstag auf einer Investorenkonferenz sagte. "Sie werden in unseren Q3-Ergebnissen sehen, dass wir Abflüsse in der Schweiz hatten." Die Schweiz ist gemessen an den Erträgen und dem Vorsteuergewinn der wichtigste Markt für die Credit Suisse. Die Bank legt den Quartalsabschluss am 3. November vor.

Die Zürcher Bank habe die Zusammenarbeit mit einer Reihe von externen Vermögensverwaltern im Heimmarkt eingestellt. "Ich glaube, dass das Risiko-Reduktion ist", sagte Thiam. Externe Vermögensverwalter sind selbstständige Firmen, die Kunden betreuen, die Vermögen aber bei Banken wie der Credit Suisse gebucht haben. Nicht alle Vermögensverwalter haben dieselben hohen Standards bezüglich der Herkunft der Gelder wie die großen Institute.

Auch in anderen Bereichen präsentiert sich das Geschäft zur Zeit schwierig. In Asien sei die Profitabilität kurzfristig unter Druck, weil die Bank neues Personal einstelle und auch sonst investiere, sagte Thiam. Angesichts der schwierigen Marktverfassung handelten die Privatkunden zudem generell weniger. Mit rund 30 Prozent seien die Barmittelbestände auf einem historischen Höchststand. Banken wie die Credit Suisse erwirtschaften einen großen Teil des Gewinns mit Gebühren auf Transaktionen. Nach einem schwierigen Juli und August hat sich dieser Teil des Geschäfts laut Thiam im September wieder erholt.

Insgesamt will der frühere Versicherungsmanager an seinem Kurs festhalten, der einen Abbau des schwankungsanfälligen Investmentbankings und einen Ausbau der stabileren Vermögensverwaltung vorsieht. "Ich erwarte keine größere Richtungsänderung", sagte er. "Wir sind den Märkten etwas ausgesetzt, aber das untermauert nur die Bedeutung von Kostensenkungen." Credit Suisse bekräftigte das Sparziel und sieht sich auf Kurs, im laufenden Jahr 6000 Stellen abzubauen.

Mit einem Kurs-Minus von 3,6 Prozent gehörte Credit Suisse dennoch zu den Schlusslichtern unter den europäischen Banken. Ein Analyst erklärte, angesichts der Erholung der Anleihen-Märkte hätten viele Beobachter für das dritte Quartal mit einer Ertragsverbesserung bei Credit Suisse gerechnet. Vor diesem Hintergrund seien die Äußerungen Thiams enttäuschend.

Credit Suisse Group AG

WKN 876800 ISIN CH0012138530