Reuters

Entwurf - Krebskranke und Polizisten rutschen in Impfpriorität nach oben

02.02.2021
um 16:52 Uhr

Berlin (Reuters) - Der Entwurf der neuen Impf-Prioritätenliste sieht vor, dass Personen mit etlichen schweren Erkrankungen in eine höhere Risikogruppe rutschen und damit früher geimpft werden könnten als bisher geplant.

Aus dem der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag vorliegenden Entwurf des Bundesgesundheitsministeriums geht etwa hervor, dass akut Krebskranke künftig in der zweithöchsten Prioritätengruppe einsortiert werden. Personen mit überstandenen Krebserkrankungen kommen in die dritte Prioritätengruppe.

Die Anpassung der Impfverordnung ist schon wegen der Zulassung des Astrazeneca-Impfstoffes nötig geworden, der als dritter Impfstoff in der EU zugelassen wurde. Denn die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt eine Impfung nur für Personen unter 65 Jahren, weil für Ältere zu wenig wissenschaftliche Daten vorlägen. Deshalb soll dieser Impfstoff nun vorrangig an Personal unter 65 Jahren in medizinischen und Pflege-Einrichtungen verimpft werden. In die zweithöchste Prioritätengruppe für den Astrazeneca-Wirkstoff sind nun etwa Polizei- und Ordnungskräfte hochgerutscht, "die in Ausübung ihrer Tätigkeit zur Sicherstellung öffentlicher Ordnung, insbesondere bei Demonstrationen, einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind".

Eine weitere Neuerung ist, dass eine Öffnungsklausel den Impfärzten Einzelfallentscheidungen ermöglichen soll. Dabei sollen sie von der festgelegten Priorisierungsliste im Einzelfall abweichen können, wenn ihnen dies nötig erreicht.

Die Bundesregierung hatte am Montag einen Plan für die Impfversorgung vorgelegt, der für das zweite Quartal die Lieferung von 77 Millionen Impfdosen verschiedener Hersteller vorsieht. Damit könnten bis Ende Juni die meisten Personen aus den Prioritätengruppen geimpft werden.

AstraZeneca PLC

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