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MSC - Haben mit Stadt Hamburg gut 86 Prozent an Hafenbetreiber HHLA sicher

23.11.2023
um 14:22 Uhr

Berlin (Reuters) - Der Schweizer Großreeder und Hapag-Lloyd-Rivale MSC kommt mit seinem geplanten Einstieg beim Hamburger Hafenlogistik-Konzern HHLA voran.

Die Mediterranean Shipping Company (MSC) teilte am Donnerstag mit, dass dem Konzern und der Freien und Hansestadt Hamburg nach Abschluss der ersten Annahmefrist zusammen 86,23 Prozent der HHLA-Anteile zugerechnet würden. "Wir sind sehr zufrieden, dass sich die Joint Venture-Partner Stadt Hamburg und MSC bereits heute zusammen mehr als 86 Prozent des Grundkapitals der HHLA gesichert haben", erklärte der Geschäftsführer von MSC Deutschland, Nils Kahn. Die zweite Annahmefrist beginne nun am Freitag und laufe bis zum 7. Dezember 24.00 Uhr (MEZ).

Kahn warb bei bisher zögerlichen Aktionären dafür, in dieser zweiten Runde ihre Anteile MSC anzudienen. "Wir haben in den vergangenen Wochen sehr gute Fortschritte erzielt, um unsere gemeinsamen Wachstumspläne mit der HHLA und der Stadt in die Tat umzusetzen." Das Angebot ist nicht an eine Mindestannahmeschwelle gebunden. Der Einstieg der Schweizer steht aber unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen und der Zustimmung der Hamburger Bürgerschaft. Wenn diese Bedingungen erfüllt würden, sei mit einem Abschluss der Transaktion im zweiten Quartal 2024 zu rechnen, so MSC.

Der weltgrößte Reeder und die Stadt Hamburg hatten sich bereits vorab darauf geeinigt, die HHLA unter sich aufzuteilen. Dafür will die bisher mit knapp 70 Prozent beteiligte Hansestadt ihren Anteil am heimischen Konzern bis auf 50,1 Prozent reduzieren. Die Ankündigung hatte die HHLA im September überrascht. Das Management des Hafenbetreibers hatte sich erst Anfang November nach Zugeständnissen seiner künftigen Großeigner hinter die Offerte gestellt und den übrigen Aktionären empfohlen, das Angebot über 16,75 Euro je A-Aktie der HHLA anzunehmen. Die erste Annahmefrist war in der Nacht zu Dienstag abgelaufen.

Bei anderen Reedereien hatte die Übernahmeofferte des Branchenprimus Sorgen ausgelöst, MSC könnte im Hamburger Hafen Sonderrechte beanspruchen. Laut HHLA wird in einer mit MSC und der Stadt Hamburg erzielten Vereinbarung die Gleichberechtigung aller Kunden sichergestellt. HHLA bekam zudem die Zusage für eine 450 Millionen Euro schwere Eigenkapitalspritze, die nach Abschluss der Übernahme fließen soll.

(Bericht von Elke Ahlswede, redigiert von Ralf Banser und Olaf Brenner. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an unsere Redaktion unter berlin.newsroom@thomsonreuters.com (für Politik und Konjunktur) oder frankfurt.newsroom@thomsonreuters.com (für Unternehmen und Märkte).)

Hamburger Hafen und Logistik AG

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