One Stop Systems: Der KI-Ausrüster für den Verteidigungssektor wird profitabel. Neue Partnerschaft mit einem großen Defense-Unternehmen treibt die Aktie an.

16.01.2026
um 14:26 Uhr

Liebe Börsianer,

wir haben in der ersten Januarhälfte bisher einen freundlichen Jahresstart an den Märkten gesehen. Dies befeuert insbesondere die Mid- und Small-Caps. One Stop Systems (OSS) wird seit mehreren Tagen akkumuliert. Das Unternehmen positioniert sich als spezialisierter Infrastrukturanbieter für „KI am Rande des Netzwerks“ (Edge AI). Der Anbieter nimmt Hochleistungstechnologie, wie sie in klimatisierten Rechenzentren (z. B. NVIDIA-Chips) verwendet wird, und macht sie tauglich für extrem raue Umgebungen. Strategisch besetzt OSS die Nische zwischen klassischer IT-Hardware und militärischer Spezialausrüstung. Das Unternehmen liefert die „Gehirne“ für autonome Lastwagen, Kampfflugzeuge, Drohnen und Panzer, wo Daten sofort vor Ort verarbeitet werden müssen, ohne Latenzzeit durch eine Cloud-Verbindung. OSS baut Systeme, die enorme Hitze, Vibrationen und Erschütterungen aushalten, dabei aber die Rechenleistung von Servern bieten. 

OSS befindet sich in einer Transformationsphase hin zu profitablem Wachstum. Der Hebel liegt im Produktmix: Das Unternehmen bewegt sich weg von einfachen Komponenten hin zu komplexen, integrierten Systemen (z. B. „GPU accelerated Crew Computer“), die höhere Margen erzielen. Das Segment OSS (Kernbereich USA) wächst deutlich schneller (+43 % im 3. Quartal 2025) und erzielt Bruttomargen von über 45 %, während das europäische Segment (Bressner) eher stabilisierend wirkt. Skalierungseffekte greifen bereits: Fixkosten werden besser gedeckt, was das Unternehmen zuletzt in die Gewinnzone (positives EBITDA und Nettoergebnis) brachte. Die Abhängigkeit vom US-Verteidigungshaushalt ist massiv. Aufträge kommen oft von großen „Prime Contractors“ (wie Raytheon oder Boeing) oder direkt vom Militär. Das bleibt am Ende ein Risiko, ist bei steigenden Verteidigungsausgaben aber natürlich auch eine große Chance. Kapitaltechnisch hat sich OSS im Oktober 2025 durch eine Kapitalerhöhung (12,5 Mio. USD) Luft verschafft, um das Working Capital für den Produktionshochlauf zu finanzieren. 

Die Nachfrage ist robust, das Unternehmen wächst organisch zweistellig. Der Gesamtumsatz stieg um fast 37 % auf 18,8 Mio. USD, wobei das Kernsegment OSS sogar um über 43 % zulegte. Das „Book-to-Bill“-Verhältnis (Auftragseingang zu Umsatz) liegt auf 12-Monats-Sicht bei gesunden 1,4, was auf einen wachsenden Auftragsbestand hindeutet. 

OSS hat in der Vorwoche (7. Januar) einen Auftrag von einem neuen „Top-Tier“ US-Rüstungskonzern („Defense Prime“) erhalten. Der Name wird nicht genannt, was in dieser Branche üblich ist, aber die Klassifizierung als „Prime“ deutet auf Kaliber wie Raytheon, Lockheed Martin, General Dynamics oder BAE Systems hin. Das initiale Volumen beläuft sich auf 1,2 Mio. USD. Das klingt auf den ersten Blick wenig, ist aber strategisch entscheidend: Es handelt sich um einen Design- und Prototypen-Auftrag („pre-production order“). In der Rüstungsbranche ist dies der „Fuß in der Tür“ für spätere, deutlich lukrativere Serienfertigungen. 

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One Stop Systems (ISIN US68247W1099): Die Technologie ist validiert, die Margen steigen. Das Risiko liegt allein in der Bürokratie Washingtons. Wenn die aktuellen Feldtests der Army erfolgreich sind (Ergebnisse in 3–6 Monaten), könnte hier die nächste Stufe der Skalierung folgen. Unter Bewertungsgesichtspunkten ist die Einschätzung schwierig. Bedienen wir uns der technischen Analyse: Die Aktie brach auf ein Mehrjahreshoch aus und generierte damit ein Kaufsignal. Ein Re-Test auf das Ausbruchslevel dient als Einstiegsgelegenheit.