Liebe Börsianer,
ob autonome Drohnen, Schiffe im Eismeer oder Soldaten im Einsatz – nichts darf mehr "offline" sein. Diese Abhängigkeit von globaler Echtzeit-Datenübertragung ist irreversibel. Zudem wird die Sicherheit von Navigationssignalen (PNT) durch geopolitische Konflikte zur kritischen Infrastruktur; ein GPS-Ausfall ist keine Option mehr.
Iridium Communications (IRDM) agiert als das globale, ausfallsichere Rückgrat der Kommunikation. Iridium besetzt die Nische der mission-critical Kommunikation. Während Starlink auf Massenmarkt-Breitband setzt, fokussiert sich Iridium auf Zuverlässigkeit für Regierungen, Militär, Luftfahrt und maritime Dienste. Sie sind der "letzte Ausweg", wenn terrestrische Netze versagen oder nicht existieren. Zunehmend geht der Foksu auf IoT (Internet of Things), PNT (Positioning, Navigation, Timing) und Direct-to-Device (D2D) Anwendungen.
Das Unternehmen besitzt wertvolle, global harmonisierte L-Band-Frequenzen. Iridiums Konstellation deckt 100 % der Erdoberfläche ab, einschließlich der Pole. Das ist ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber vielen geosynchronen Satelliten (GEO) und regionalen LEO-Anbietern. Durch die Übernahme von Satelles bietet Iridium eine GPS-Alternative, die 1.000-mal stärker ist als das GPS-Signal und in Gebäuden empfangen werden kann. In Zeiten zunehmender "Jamming"- und "Spoofing"-Attacken (Kriegsführung) ist dies ein massiver Sicherheitsvorteil.
Der US-Staat ist der größte Einzelkunde. Iridium ist tief in nationale Sicherheitsarchitekturen eingebunden. Das bietet Stabilität (langfristige Verträge), schafft aber Abhängigkeit von Verteidigungsbudgets. Iridium liefert solide Zahlen ("in line"), aber das Wachstum verlangsamt sich. Das Unternehmen fokussiert sich auf Cashflow-Generierung, Dividenden und strategische Weichenstellungen für die Zukunft (IoT, PNT). Der Wettbewerbsdruck durch Starlink wird anerkannt, aber man sieht sich in Nischen gut geschützt.
Der Service-Umsatz wuchs 2025 um 3 %, für 2026 werden jedoch nur 0–2 % erwartet – eine klare Verlangsamung. IoT bleibt mit mittlerem einstelligen Wachstum ein Lichtblick. Schwach ist das Breitbandgeschäft (-9 % in Q4), da Iridium oft nur noch als Backup neben günstigeren Lösungen wie Starlink genutzt wird. Positiv sind fast 300 Mio. USD Free Cashflow, sinkende Verschuldung (3,4x auf 3,0x) und stabile Investitionen (~100 Mio. USD). Neue Wachstumstreiber liefern erst ab 2027 relevante Beiträge.
CEO Matt Desch schickte noch einen Seitenhieb auf den Hype um Starlink/AST SpaceMobile: "Die Bewertungen in der Satellitenbranche werden zunehmend von zukünftigen Narrativen getrieben statt von aktuellen operativen Ergebnissen."

Iridium Communications (ISIN US46269C1027): Die Bewertung wirkt mit einem KGV von 20 und einem KUV von unter 3 deutlich moderater als die der Konkurrenz. Aber das flache Wachstum und die hohe Verschuldung rechtfertigen diesen Discount. Die Aktie versucht jetzt, sich aus dem Boden zu schieben.