FRANKFURT (dpa-AFX) - Ein schwacher Geschäftsausblick hat die Aktien von 1&1
1&1 selbst erwähnte in seiner Mitteilung vom Vorabend, die Ergebnisprognose für 2025 bleibe deutlich hinter den Markterwartungen zurück. Das Unternehmen peilt beim operativen Ergebnis (Ebitda) einen Rückgang auf 571 Millionen Euro an, während ein Händler den Konsens auf rund 700 Millionen bezifferte.
Von Börsianern als Enttäuschung gewertet wurde auch ein 2025 nur stabil erwarteter Vertragskundenstamm von 1&1 sowie damit einhergehend die Prognose stagnierender Service-Umsätze. Das Unternehmen erwartet weitere Kündigungen durch Kunden, die in Zusammenhang stehen mit ihrer Migration vom ehemaligen Netzpartner Telefonica in das eigene 1&1-Mobilfunknetz und in jenes des neuen Partners Vodafone
Deutlich besser schlugen sich die Aktien des Mutterkonzerns United Internet
Laut dem Händler fällt die United-Auszahlung mit insgesamt 1,90 Euro durch die Zahlung einer "Nachholdividende" höher aus als gedacht. Neben der regulären Zahlung von 40 Cent je Aktie, die am Markt zwar etwas höher auf 49 Cent geschätzt worden sei, sollen zusätzlich 1,50 Euro zur Kompensation der geschmälerten Zahlungen für 2018 bis 2023 ausgeschüttet werden. Das habe am Markt offenbar niemand auf dem Radar gehabt, so der Experte.
Laut Goldman-Sachs-Analyst Andrew Lee kompensiert die Ausschüttung bei United Internet die Ziele für 2025. Er verwies auf eine Analystenkonferenz am Donnerstag, auf der der Fokus wohl auf der verzögerten Frequenzauktion liegen werde. "Unsere Analyse zeigt, dass es in einem Szenario ohne Netzwerkaufbau erhebliche Kurspotenziale gibt", betonte der Experte. Er hält sogar mehr als eine Verdopplung des 1&1-Kurses für möglich, wenn das Unternehmen beim Netzausbau bremse. Im Falle einer Konsolidierung des deutschen Mobilfunkmarktes könnte der Kurs sogar um mehr als 200 Prozent zulegen.
Aus dem United-Konzernverbund gab es am Mittwoch aber noch Kursverluste von 2,4 Prozent bei der Web-Dienstleistungstochter Ionos