Patientenschützer warnt vor Verschlechterung bei Schmerztherapien
BERLIN (dpa-AFX) - Die Deutsche Stiftung Patientenschutz warnt vor schlechteren Bedingungen für Klinkbehandlungen wegen chronischer Schmerzen. Die Versorgung von 23 Millionen Menschen, die darunter leiden, werde mit der Krankenhausreform bedroht, sagte Vorstand Eugen Brysch. "Schmerzmedizin war bisher ein eigenständiger Bestandteil des Gesamtbudgets eines Klinikums." Mit den künftig vorgesehenen "Leistungsgruppen" in den Hospitälern werde sie aber ein Anhängsel anderer Fachbereiche.
"Schmerzpatienten werden so Bittsteller etwa der Inneren Medizin, der Chirurgie oder der Neurologie", kritisierte Brysch. Dabei leide die Mehrzahl an vielen Krankheiten. Zudem gebe es chronisch Kranke, bei denen die Symptomkontrolle im Mittelpunkt stehe. Der Patientenschützer forderte von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU), eine finanziell auskömmliche Versorgung sicherzustellen
- über Sonderzuschläge oder eine eigenständige Leistungsgruppe.
Wichtig sei, dass Qualität und Standards einheitlich seien.
Warken bereitet derzeit Nachsteuerungen bei der Krankenhausreform vor, die von der Ampel-Koalition durchgesetzt worden war. Grundlage der Finanzierung durch die Krankenkassen sollen neue "Leistungsgruppen" sein. Sie sollen Behandlungen genauer beschreiben und einheitliche Qualitätsvorgaben bei Personal und Behandlungserfahrung sicherstellen.
Die Reform trat Anfang 2025 in Kraft und soll schrittweise bis 2029 umgesetzt werden. Das Netz der bundesweit 1.700 Kliniken dürfte damit kleiner werden./sam/DP/zb