ROUNDUP/Jemen: Angriffe im Süden befeuern Sorge vor Eskalation
SANAA (dpa-AFX) - Neue Angriffe im Süden des Jemen befeuern die Sorge vor einer weiteren Eskalation in dem Bürgerkriegsland. Saudische Kampfjets hätten Stellungen der von den Vereinigten Arabischen Emiraten unterstützten Separatisten des Südlichen Übergangsrats (STC) in der Provinz Hadramaut angegriffen, sagte ein STC-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur.
Der dem STC nahestehende Fernsehsender Aden berichtete, dass sieben Menschen getötet worden seien. Getroffen worden seien Wohngebiete und ein ziviler Flughafen, hieß es. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig überprüfen.
Bürgerkrieg mit internationaler Beteiligung
Im Jemen brach 2014 ein Bürgerkrieg aus, als die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz den Norden samt der Hauptstadt Sanaa gewaltsam einnahm. Nachbar Saudi-Arabien sieht die eigene Sicherheit durch die Huthi bedroht und begann 2015 mit Verbündeten, darunter auch die Vereinigten Arabischen Emirate, Ziele der Miliz zu bombardieren. Ziel war, die jemenitische Regierung zu unterstützen und den Einfluss der Huthi - und damit des Irans - im Land zurückzudrängen.
Die Emirate verfolgen in dem Konflikt zunehmend eigene Interessen und unterstützen seit Jahren die STC-Separatisten, die eine Abspaltung südlicher und östlicher Gebiete vom Norden des Landes anstreben. Die Separatisten haben in den vergangenen Wochen große Gebiete im Osten eingenommen, die auch an Saudi-Arabien grenzen, wodurch Riad unter Druck geriet. Am Dienstag gerieten die eigentlichen Verbündeten gefährlich aneinander, als ein von Saudi-Arabien angeführtes Militärbündnis am Dienstag den Hafen von Mukalla bombardierte und den Emiraten vorwarf, dort Waffen und Fahrzeuge für die Separatisten zu liefern, was Abu Dhabi zurückwies.
Weitere Eskalation?
Die Provinz Hadramaut, wo sich die neuen Angriffe ereignet haben sollen, grenzt direkt an Saudi-Arabien. STC-Sprecher Mohammed al-Nakieb schrieb auf der Plattform X, ein "Nord-Süd-Krieg" habe in Hadramaut begonnen. STC-Truppen wehrten einen Angriff ab, der "von den Milizen der Muslimbruderschaft und Al-Kaida mit saudischer Unterstützung durchgeführt" werde.
Lokalen Quellen zufolge rückten regierungsnahe und von Saudi-Arabien unterstütze Kräfte zeitgleich zu den Luftangriffen weiter in der Provinz vor und übernahmen dort auch strategisch wichtige Militärstellungen. Es soll zu gewaltsamen Auseinandersetzungen gekommen sein. Bislang hat das von Saudi-Arabien geführte Bündnis sich nicht zu den Angriffen geäußert.
Gouverneur spricht von "friedlicher Operation"
Der Gouverneur der von Saudi-Arabien unterstützten Regierung in Hadramaut hatte zuvor erklärt, es laufe eine "friedliche Operation" zur Rückeroberung militärischer Stellungen von den Separatisten. Er sprach der jemenitischen Nachrichtenagentur Saba zufolge von einer Präventivmaßnahme./arj/DP/men