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Berlin weist Trumps Besitzansprüche auf Grönland zurück

05.01.2026
um 16:02 Uhr

BERLIN (dpa-AFX) - Die Bundesregierung hat die Besitzansprüche von US-Präsident Donald Trump auf die Arktisinsel Grönland entschieden zurückgewiesen. "Grönland ist ein autonom verwaltetes Gebiet, das zu Dänemark gehört", sagte der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille in Berlin. "Grenzen dürfen nicht mit Gewalt verschoben werden, Gebiete dürfen nicht zwangsweise annektiert werden."

Trump hatte am Sonntagabend (Ortszeit) erneut vor Journalisten betont: "Wir brauchen Grönland mit Blick auf die nationale Sicherheit." Die Insel sei von großer strategischer Bedeutung - und Dänemark könne dort nicht für Sicherheit sorgen.

Bundesregierung verweist auf Grundsätze des Völkerrechts

Hille betonte in Berlin, für die Bundesregierung gälten die Grundsätze des Völkerrechts, wie sie in der UN-Charta niedergelegt seien. Zu allen Fragen um das Thema Grönland befinde sich die Regierung in einem engen Gespräch mit Dänemark und den anderen europäischen Partnern. Diese teilten die deutsche Sicht. "Wir sind in unserer Kommunikation gegenüber den USA dahingehend klar", sagte Hille.

Artikel 2 der UN-Charta enthält ein allgemeines Gewaltverbot. Wörtlich heißt es dort: "Alle Mitglieder unterlassen in ihren internationalen Beziehungen jede gegen die territoriale Unversehrtheit oder die politische Unabhängigkeit eines Staates gerichtete oder sonst mit den Zielen der Vereinten Nationen unvereinbare Androhung oder Anwendung von Gewalt."/sk/DP/jha