Europäische Kommission warnt USA vor Ansprüchen auf Grönland
BRÜSSEL (dpa-AFX) - Sicherheitsinteressen dürfen nach Auffassung der EU-Kommission von Ursula von der Leyen niemals ein Vorwand für die USA sein, sich Grönland einzuverleiben. "Wir möchten daran erinnern, dass Grönland ein Verbündeter der USA ist und zudem unter den Schutz des Nato-Bündnisses fällt", sagte eine Sprecherin in Brüssel. Die Fälle Venezuela und Grönland seien in keiner Weise vergleichbar.
US-Präsident Donald Trump hatte am Sonntagabend (Ortszeit) erneut sein Interesse an der Insel im Nordatlantik bekundet und gesagt: "Wir brauchen Grönland mit Blick auf die nationale Sicherheit." Die Insel sei von großer strategischer Bedeutung und aktuell von russischen und chinesischen Schiffen umgeben. Dänemark könne dort nicht für Sicherheit sorgen.
Diese Äußerungen erinnerten an die Begründung, mit der die USA zuletzt ihren Militäreinsatz in Venezuela und die Festnahme von Staatschef Nicolás Maduro gerechtfertigt hatten. Der seit 2013 amtierende Präsident ist in den Vereinigten Staaten unter anderem wegen des Vorwurfs des "Drogenterrorismus" angeklagt. Er soll aus Sicht der Ermittler sein Amt dafür genutzt haben, den Schmuggel Tausender Tonnen Kokain in die USA zu ermöglichen.
Die Insel Grönland ist Teil des Königreichs Dänemark, aber weitgehend autonom und kein EU-Mitglied. Sie ist strategisch unter anderem wegen ihres Rohstoffreichtums und als Basis für die militärische Kontrolle der Arktis interessant. Zudem ergeben sich mit dem zunehmenden Klimawandel zumindest im Sommer kürzere Schifffahrtsrouten. Die in der Arktis gelegene Insel ist zu vier Fünfteln mit Eis bedeckt und sechsmal so groß wie Deutschland, hat aber nur knapp 57.000 Einwohner.
Eine Sprecherin der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas betonte, die EU stehe solidarisch an der Seite Dänemarks und Grönlands. Grönland sei ein autonomes Gebiet innerhalb des Königreichs Dänemark, und etwaige Änderungen seines Status seien allein Sache der Grönländer und Dänen./aha/DP/jha