Frankreich verbietet Agrarimporte mit verbotenen Pestiziden
PARIS (dpa-AFX) - Frankreich hat vor neuen Bauernprotesten gegen das Mercosur-Handelsabkommen ein Importverbot für Agrarerzeugnisse verhängt, die mit in Europa verbotenen Pestiziden behandelt wurden. Der Erlass greife ab sofort, bis die Europäische Kommission entsprechende Regelungen europaweit treffe, teilte die Regierung in Paris mit. Bei den verbotenen Substanzen handelt es sich um gesundheitsgefährdende Pflanzenschutzmittel, die zur Behandlung von Obst und Gemüse, insbesondere von südamerikanischen Avocados, Mangos oder Guaven, verwendet werden.
Gerade in Frankreich protestieren Landwirte vehement gegen das umstrittene Mercosur-Abkommen der EU mit südamerikanischen Staaten. Sie lehnen den Handelspakt ab, weil sie unverhältnismäßige Konkurrenz durch günstige Importe aus Südamerika fürchten. Auf französischen Druck wurde die Unterzeichnung des Mercosur-Abkommens im Dezember aufgeschoben, soll nun aber in den kommenden Tagen nachgeholt werden. Massive Bauernproteste, die die politisch angeschlagene Regierung in Paris unter Druck setzten, waren ein Grund für die französische Blockade in letzter Minute.
Traktoren rollen auf Paris zu
Das Importverbot für Obst und Gemüse, das mit unerlaubten Pestiziden behandelt wurde, dürfte ebenfalls eine Geste in Richtung der weiterhin mobilisierten französischen Landwirte sein. Diese rollen mit ihren Traktoren gerade auf Paris zu, wo am Donnerstag an symbolträchtigen Orten der Hauptstadt friedliche Proteste geplant sind, wie Agrarverbände ankündigten. Eine Blockade von Paris oder des für ganz Frankreich wichtigen internationalen Großmarktes am Stadtrand in Rungis seien aber nicht geplant, hieß es.
Das Importverbot solle Frankreichs Landwirte schützen und eine unverständliche Doppelmoral beenden, sagte Agrarministerin Annie Genevard. "Produkte, die wir aufgrund der Stoffe, mit denen sie behandelt werden, aus dem Verkehr ziehen, dürfen nicht durch die Hintertür wieder zurückkommen."/evs/DP/men