Nobelinstitut: Preis und Preisträger sind untrennbar
OSLO (dpa-AFX) - Kaum hat die venezolanische Oppositionsführerin María Corina Machado US-Präsident Donald Trump ihre Nobelpreis-Medaille übergeben, meldet sich das Nobelinstitut in Oslo erneut mit einer Klarstellung zu Wort. "Der Nobelpreis und der Preisträger sind untrennbar miteinander verbunden", heißt es in einer Mitteilung auf der Webseite des Instituts, die Machado allerdings nicht direkt beim Namen nennt.
Ein Friedensnobelpreisträger oder eine Preisträgerin erhielten eine Goldmedaille und eine Urkunde als zentrale Symbole des Preises. Ferner werde das Preisgeld ausgezahlt. Aber: "Unabhängig davon, was mit der Medaille, der Urkunde oder dem Preisgeld geschieht, ist und bleibt der ursprüngliche Preisträger derjenige, der als Empfänger des Preises in die Geschichte eingeht" betont das Institut. Auch wenn die Medaille oder die Urkunde später an eine andere Person übergeben werde, ändere dies nichts daran, wer den Friedensnobelpreis erhalten habe.
Machado hatte am Donnerstag ihre Goldmedaille für den Friedensnobelpreis an Trump überreicht. Dieser bezeichnete den Akt als Geste des gegenseitigen Respekts. Das Nobelinstitut hatte allerdings schon zuvor klargestellt, dass ein Nobelpreis nicht weitergereicht werden könne.
Auch frühere Nobelpreisträger gaben ihre Medaillen weiter
Die Oppositionelle hatte ihre Auszeichnung bereits zuvor Trump gewidmet und angedeutet, ihm den Preis für seine Unterstützung des venezolanischen Volks weitergeben zu wollen. Trump sagt schon seit Monaten immer wieder, dass er den Friedensnobelpreis verdient hätte. Vergangenes Jahr wurde aber Machado damit ausgezeichnet.
Es stehe den Preisträgern frei, Teile ihrer Auszeichnung zu behalten, wegzugeben, zu verkaufen oder auch zu spenden, erklärt das Nobelinstitut auf seiner Webseite. Dazu veröffentlichte das Nobelinstitut eine Liste von Nobelpreisträgern, die ihre Medaillen zu verschiedenen Zwecken weitergegeben hatten.
Darunter findet sich der russische Journalist und Friedensnobelpreisträger (2021) Dmitri Muratow, der seine Medaille verkaufte und den Erlös für ukrainische Flüchtlingskinder spendete. Ebenfalls listet das Institut den norwegischen Literaturnobelpreisträger Knut Hamsun (1920), der seine Medaille dem Nazi-Propagandaminister Joseph Goebbels zugeschickt hatte./gma/DP/nas