dpa-AFX Überblick: KONJUNKTUR vom 20.01.2026 - 17.00 Uhr
ROUNDUP 2: Export in die USA bricht ein - Neue Sorgen wegen Grönland
WIESBADEN - Wegen des Zollstreits mit US-Präsident Donald Trump sind die deutschen Exporte in die USA 2025 um fast zehn Prozent eingebrochen. Vor allem die Autobranche leidet unter dem Handelsstreit, der mit neuen Zolldrohungen Trumps im Grönland-Konflikt zu eskalieren droht. Ökonomen erwarten weitere Rückschläge für die deutschen Exporteure. Das gelte selbst dann, wenn es gelinge, den Streit um die Arktisinsel beizulegen, um den auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos gerungen wird.
ROUNDUP/Deutschland: ZEW-Konjunkturerwartungen verbessern sich - Risiko USA
MANNHEIM - Die Konjunkturerwartungen von Finanzexperten für Deutschland haben sich im Januar überraschend deutlich verbessert. Das Stimmungsbarometer des Forschungsinstituts ZEW stieg gegenüber dem Vormonat um 13,8 Punkte auf 59,6 Punkte, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag in Mannheim mitteilte. Volkswirte hatten im Schnitt mit 50,0 Punkte gerechnet.
Analyse: Deutsche Investitionen in den USA sind eingebrochen
KÖLN - In der zweiten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump haben deutsche Unternehmen bislang deutlich weniger Geld in den USA investiert. Wie aus einer Untersuchung des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) in Köln hervorgeht, sanken die deutschen Direktinvestitionen im Zeitraum Februar bis November 2025 - also in den ersten zehn Monaten der zweiten Trump-Präsidentschaft - auf 10,2 Milliarden Euro.
Macron fordert 'Handels-Bazooka' gegen Trumps Zollpläne
DAVOS - Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat den USA im Grönland-Konflikt "neuen Kolonialismus" und eine versuchte Schwächung Europas vorgeworfen. Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos sprach Macron von einer "Konkurrenz aus den Vereinigten Staaten durch Handelsabkommen, die unsere Exportinteressen untergraben, maximale Zugeständnisse verlangen und offen darauf abzielen, Europa zu schwächen und zu unterwerfen, verbunden mit einer endlosen Anhäufung neuer Zölle, die grundsätzlich inakzeptabel sind, umso mehr, wenn sie als Druckmittel gegen die territoriale Souveränität eingesetzt werden".
Gavin Newsom kritisiert Europas Regierungschefs: Unterwürfig gegenüber Trump
DAVOS - Der Gouverneur Kaliforniens hat Europas Staats- und Regierungschefs wegen der aus seiner Sicht unterwürfigen Haltung gegenüber US-Präsident Donald Trump scharf kritisiert. "Ich kann diese Komplizenschaft nicht mehr ertragen, wie Leute klein beigeben", sagte der Gouverneur des bevölkerungsreichsten US-Bundesstaats dem britischen Sender Sky News beim Weltwirtschaftsforum in Davos im Hinblick auf europäische Politiker.
EU-Finanzminister billigen Defizitverfahren gegen Finnland
BRÜSSEL - Finnland muss sich wegen zu hoher Neuverschuldung einem EU-Strafverfahren stellen. Der Rat der Europäischen Union hat dafür grünes Licht gegeben, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Das Gremium der Regierungen der EU-Mitgliedstaaten folgte damit einer Empfehlung der EU-Kommission aus dem vergangenen Jahr.
ROUNDUP: Von der Leyen warnt Trump vor Abwärtsspirale
DAVOS - EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat US-Präsident Donald Trump davor gewarnt, die transatlantischen Beziehungen wegen Grönland in eine Abwärtsspirale zu stürzen. Die von Trump angekündigten Zusatzzölle gegen europäische Allliierte seien ein Fehler, sagte sie beim Weltwirtschaftsforum in Davos. Die Spannungen würden nur genau denjenigen Gegnern helfen, die man möglichst von den strategischen Interessengebieten fernhalten wolle. Die EU werde deswegen entschlossen, aber mit Augenmaß reagieren.
Materialmangel entspannt sich - vor allem für Autoindustrie
MÜNCHEN - Die Versorgung der deutschen Industrie mit Material und Teilen hat sich deutlich verbessert. Zuletzt klagten nur noch 7,5 Prozent der Unternehmen über Schwierigkeiten bei der Beschaffung, wie eine Umfrage des Münchner Ifo-Instituts im Dezember ergab. Das waren 3,7 Punkte weniger als im November.
DGB-Chefin gegen 'Krisen- und Verzichtserzählung'
BERLIN - Der Deutsche Gewerkschaftsbund lässt in einer eigenen Rentenkommission selbst Konzepte zur Altersvorsorge ausarbeiten - als Alternative zum Expertengremium der Regierung. Ziel sei ein Gegenpol "zur permanenten Krisen- und Verzichtserzählung in der Rentendebatte", erklärte DGB-Chefin Yasmin Fahimi in Berlin. Wie die Rentenkommission der schwarz-roten Koalition sollen die 13 vom DGB benannten Experten bis zum Sommer ihre Vorschläge vorlegen.
Deutschland: Gastgewerbe legt im November zu
WIESBADEN - Das Gastgewerbe in Deutschland hat im November etwas zugelegt. Preisbereinigt stiegen die Umsätze um 2,5 Prozent zum Vormonat Oktober, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Gemessen am Vorjahresmonat November gab es aber einen Rückgang von 1,2 Prozent.
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