WOLFSBURG (dpa-AFX) - Der Volkswagen-Konzern
Das Papier kletterte zum Handelsstart am Donnerstag kräftig um 5,8 Prozent auf 104,60 Euro. Damit tritt sie im laufenden Jahr praktisch auf der Stelle. Im vergangenen Jahr hatte die Aktie knapp 17 Prozent gewonnen. An den Höhenflug aus dem Frühjahr 2021 bei Kursen von teils über 250 Euro kann das Papier aber nicht anknüpfen.
Am Markt sei nur mit knapp einer Milliarde Euro Zufluss an freien Mitteln gerechnet worden, schrieb Analyst Tom Narayan von der kanadischen Bank RBC.
Für Analyst Philippe Houchois von der US-Investmentbank Jefferies ist das
Abschneiden von VW deshalb eine willkommene Überraschung. Verantwortlich seien anscheinend zu gleichen Teilen ein Abbau von Lager- und Vorratsbeständen sowie geringere Investitionsausgaben. Die Schätzungen am Markt für das operative Ergebnis (Ebit) des Konzerns von 9,3 Milliarden Euro seien passend, wie jüngste Kommentare des Unternehmens vermuten ließen.
Mit dem besser als gedacht ausgefallenen Mittelzufluss stieg die Nettoliquidität am Jahresende nach Konzernangaben von 31 auf 34 Milliarden Euro. Dies sei ebenfalls besser als avisiert, hieß es von VW. Zur Begründung verwiesen die Niedersachsen auf eine geringere Mittelbindung im Betriebskapital, zudem seien Investitionen in Sachanlagen sowie in Forschung und Entwicklung niedriger ausgefallen als ursprünglich geplant.
Die Nutzfahrzeugholding Traton hatte zuvor schon von einem besseren Mittelzufluss gesprochen als eigentlich in Aussicht gestellt. Auch bei dem Lkw- und Buskonzern waren dafür Verbesserungen beim betriebsnotwendigen Kapital wie etwa Vorräte und Lagerbestände verantwortlich, aber auch geringere Sachinvestitionen bei den Hauptmarken MAN und Scania.
Beim Cashflow handelt es sich um eine Finanzkennzahl, welche die Entwicklung der Kassenlage beschreibt. Darin sind Ergebnisse aus dem Tagesgeschäft mit dem Bau und Verkauf von Fahrzeugen enthalten, aber auch Zahlungen für Investitionen und für die Entwicklung.
Legt sich ein Autobauer mehr Vorräte auf Lager oder verkauft weniger Autos, als er produziert, kann das den Cashflow belasten - oder im gegenteiligen Fall in die Höhe treiben. Für Anleger ist die Kennzahl besonders wichtig, weil sie Auskunft über die Finanzkraft geben kann und auch über dessen Fähigkeit zur Zahlung von Dividenden.
Die vollständigen Jahreszahlen legt VW am 10. März vor./men/mis/tav/jha/