PARIS/ZÜRICH/LONDON (dpa-AFX) - Das anhaltende Problem verunreinigter Babynahrung hat zu Wochenbeginn die Aktien von Lebensmittelherstellern einmal mehr belastet. Unter Druck gerieten am Montag insbesondere die Papiere von Danone
Die Aktien von Danone fielen am Montag bis zum späten Vormittag um gut fünf Prozent auf 64,10 Euro. Damit waren sie der mit Abstand schwächste Wert im EuroStoxx 50
Bereits am Mittwoch vergangener Woche hatte das Problem mit Babynahrung die Anteilsscheine von Danone um mehr als acht Prozent in den Keller geschickt, nachdem die Lebensmittelbehörde von Singapur den Rückruf von Säuglingsmilch der Marke Dumex angeordnet hatte, die seit 2022 zu Danone gehört.
Die Hersteller von Babynahrung kämpfen derzeit mit dem Problem, dass in einem von einem Lieferanten stammenden Inhaltsstoff das Toxin Cereulid festgestellt wurde. Der von bestimmten Bakterien gebildete Giftstoff kann Übelkeit, Erbrechen und Durchfall auslösen. Das Toxin ist Auslöser von Rückrufen - nicht nur von Danone, sondern auch den Konkurrenten wie Nestle
In Reaktion auf den am Freitag von Danone bekannt gegebenen vorsorglichen Rückzug bestimmter Chargen fielen nun in Zürich die Papiere von Nestle um 2,3 Prozent. Sie knüpften damit an ihren jüngsten Abwärtstrend an. Für die Anteilsscheine von Reckitt
Analysten der britischen Investmentbank Barclays sehen derweil Danone in der aktuellen Branchenkrise besser aufgestellt als Nestle. Denn Danone habe mehrere Lieferanten. Von daher sei es unwahrscheinlich, dass es zu Lieferengpässen wie bei Nestle kommt. Danone könne sogar Marktanteile gewinnen.
Experte Tom Sykes von der Deutschen Bank geht davon aus, dass bei den Branchenunternehmen die Herstellungsprotokolle an Wichtigkeit gewinnen dürften. Sykes rechnet künftig damit, dass die Aktienkurse von Unternehmen mit konformen Herstellungsprotokollen sich von denen anderer Anbieter bald unterscheiden werden./la/ag/men