Finanzaufsicht nimmt Finfluencer ins Visier
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Finanzaufsicht Bafin will Privatleute besser vor irreführenden Anlagetipps sogenannter Finfluencer schützen. "Auch Finfluencer müssen mit uns rechnen", sagte der Präsident der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin), Mark Branson, in Frankfurt. "Wir beaufsichtigen sie nicht direkt. Sie können jedoch unter aufsichtsrechtliche Vorgaben fallen, wenn sie Anlagebetrug begehen oder Empfehlungen für Anlagen aussprechen."
Umfragen zufolge sehen gerade jüngere Menschen Finfluencer, die sich auf Social-Media-Kanälen wie YouTube, Instagram und Tiktok über Finanzthemen auslassen, als wichtige Informationsquelle. "Manche Finfluencer informieren fundiert und seriös. Aber es gibt auch Scharlatane und Menschen mit fragwürdigen Motiven", sagte Branson. Verlockende Angebote und leere Versprechen seien "besonders oft im Kryptobereich zu finden".
Die Angst, etwas zu verpassen, treibt manche ins Risiko
Die Kurse von Kryptowerten wie Bitcoin und Ether schwanken stark, Kritiker warnen regelmäßig vor Spekulationsblasen. "Kryptowerte sind auch bei Kleinanlegerinnen und -anlegern sehr beliebt. Wenige Klicks und das Geld ist investiert. In einen Kryptowert, den man manchmal kaum versteht. Getrieben von dem Gefühl, etwas zu verpassen, wenn man nicht dabei ist", führte Branson aus.
"Ich will niemandem verbieten, ins Kasino zu gehen. Aber man sollte genau wissen, was man tut, wenn man sich an den Spieltisch setzt", betonte der Bafin-Präsident. Wer in Bitcoin und Co. investiert, bleibt in der Regel anonym. Branson sieht auch das kritisch: "Um es klar zu sagen: Der wachsende Krypto-Markt ist ein Einfallstor für Finanzkriminalität."/ben/DP/mis