(neu: mehr Details, Kommentar JPMorgan, Kurse aktualisiert)
FRANKFURT (dpa-AFX) - Nach drei Handelstagen mit Verlusten haben die Aktien von Delivery Hero
Am Nachmittag gewannen die Papiere 7,4 Prozent auf 25,35 Euro und zählten damit zu den Spitzenwerten im MDax der mittelgroßen Unternehmen. Am Freitag hatte im Abwärtstrend die 200-Tage-Linie, die den langfristigen Trend der Aktie signalisiert, als Unterstützung gehalten. Nun überwanden die Papiere auch wieder die 21-Tage-Linie, die den kurzfristigen Trend indiziert.
Der Kurs der Delivery-Hero-Aktien war in den vergangenen Monaten von heftigen Auf- und Abwärtsbewegungen geprägt gewesen. Nachdem sie im September 2025 bis knapp unter 30 Euro gestiegen waren, hatte eine Korrektur sie bereits im November wieder unter 16 Euro gedrückt. Seither ging es erneut überwiegend aufwärts.
Für Rückenwind sorgte zuletzt die Fantasie über eine Branchenkonsolidierung. Immerhin hatte das Unternehmen im Dezember kundgetan, zur Steigerung des Börsenwertes auch den Verkauf weiterer Unternehmensteile zu erwägen. Auf derlei Spielraum für strategische Entscheidungen verwies aktuell nun Analyst Andrew Ross von der Barclays Bank, weshalb er seinen Bewertungsabschlag verringerte. Er hob sein Kursziel von 36,40 auf 39,40 Euro an und bekräftigte seine "Overweight"-Empfehlung.
Ross sieht für die Aktie somit ein Kurspotenzial von etwas mehr als 55 Prozent. Er erwartet zwar, dass das Jahr 2026 wegen des Wettbewerbs ein turbulentes Jahr für Delivery Hero in der Region Naher Osten und Nordafrika wird. Dennoch ist er zuversichtlich, dass sich die jüngsten regulatorischen Änderungen in Katar und Kuwait, wo die Tochter Talabat aktiv ist, im zweiten Halbjahr wohl klären dürften. Weitere Kurstreiber sieht er in Unternehmenshandlungen wie etwa in von Delivery Hero avisieren Transaktionen. Weitere Meilensteine seien außerdem die Hauptversammlung im Juni und die im August endende Frist für den Investor Prosus
JPMorgan-Analyst Marcus Diebel hatte vor einer Woche bereits mögliche Transaktionen (M&A) als wesentliche Kurstreiber hervorgehoben. So dürfte sich Prosus mit dem Kauf von Just Eat nicht zufriedengeben. Die Wettbewerbshüter hätten zwar verlangt, dass die Beteiligungsgesellschaft den Anteil an Delivery Hero bis August 2026 deutlich senken muss, schrieb er. Doch Diebel geht davon aus, dass Prosus nach Wegen suchen wird, um langfristig vom Erfolg von Delivery Hero in Europa und Lateinamerika zu profitieren.
Außerdem hatte er auf die Bekanntgabe von Delivery Hero im Dezember an die Anleger verwiesen, Maßnahmen zur Steigerung des Börsenwertes - inklusive weiterer Verkäufe von Unternehmensteilen - ergreifen zu wollen./ck/tih/he