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OTS: Neue Osnabrücker Zeitung / Ökonom Hüther: "Standort Deutschland schreckt ...

28.02.2026
um 01:00 Uhr

Ökonom Hüther: "Standort Deutschland schreckt nicht mehr ab" /
IW-Direktor sieht "normalen Strukturwandel statt Erosion" - Verweis
auf Anstieg der Direktinvestitionen
Osnabrück (ots) - Osnabrück. Ökonom Michael Hüther rechnet mit einer Trendwende
zu mehr Wirtschaftswachstum und hält Warnungen vor einer Deindustrialisierung
für nicht triftig. "Wir sehen gerade Licht am Ende eines langen Tunnels. Ich
gehe davon aus, dass wir in diesem Jahr mindestens ein Prozent Wachstum
schaffen", sagte der Direktor des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) im
Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (noz, Samstagsausgabe). "Schon im
vergangenen Jahr wurden 96 Milliarden Euro in Deutschland investiert, die
Direktinvestitionen haben sich gegenüber 2024 mehr als verdoppelt und lagen 30
Prozent über dem Durchschnitt der vorangegangenen 24 Jahre. Deutschland wird im
Ausland wieder stärker als attraktiver Standort angesehen."

Mit Blick auf Klagen von Arbeitgebern über einen zu teuren und starren
Sozialstaat sagte Hüther: "Natürlich kann man den Eindruck haben, dass manches
bei uns zu unflexibel oder zu teuer geworden ist. Und ja, vergangenes Jahr sind
rund 100.000 Arbeitsplätze ins Ausland verlagert worden." Bei 46 Millionen
Vollzeitbeschäftigten sei das aber "nicht viel".

Hinzu komme, dass 40.000 neue Jobs geschaffen worden seien. "Stecken wir in der
viel beschworenen Erosion? Da bin ich optimistisch, denn der deutliche Anstieg
der Direktinvestitionen aus dem Ausland belegt, dass der Standort Deutschland
nicht mehr abschreckt", sagte Hüther zu noz und ergänzte: "Vielleicht befinden
wir uns in einem mehr oder weniger normalen Strukturwandel."

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