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Ost-Wirtschaft wirbt für Expo 2035

09.02.2026
um 12:07 Uhr

BERLIN (dpa-AFX) - Die ostdeutschen Industrie- und Handelskammern (IHK) machen sich für eine Weltausstellung Expo 2035 in der Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg stark. Von der "Strahlkraft" einer solchen internationalen Ideenwerkstatt und Leistungsschau profitiere ganz Deutschland, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung von 15 Kammern aus sechs Bundesländern. "Der zu erwartende Innovations- und Investitionsschub wird insbesondere auf die ostdeutschen Bundesländer mit der Metropolregion nachhaltig positive Effekte haben."

Die Kammern verweisen auf eine Studie, wonach Deutschland im Zuge einer Expo mit zusätzlichem Wirtschaftswachstum in zweistelliger Milliardenhöhe rechnen könne. Rund zwei Milliarden Euro seien an direktem Umsatz etwa in Hotellerie, Gastronomie und Handel möglich. Aufträge, Besucherströme und Folgeinvestitionen könnten weit über das eigentliche Budget hinaus für Wertschöpfung sorgen.

Flächen in Brandenburg?

Die Debatte über eine Expo in der Metropolregion Berlin-Brandenburg hatte zuletzt wieder Fahrt aufgenommen. Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) sieht hierfür großes Potenzial und schlägt eine große Fläche am Stadtrand bei Schönefeld in der Nähe des Flughafens BER vor. Sie liegt überwiegend auf Brandenburger Gebiet.

Wegner sagte vor knapp anderthalb Wochen, er sei mit Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) über eine Bewerbung um die Expo im Gespräch. Priorität für ihn hat aber die Bewerbung für Olympische Spiele, wie er hinzufügte. Woidke hatte zurückhaltend reagiert und gesagt, er habe von einer Bewerbung Brandenburgs noch nichts gehört. Das Brandenburger Wirtschaftsministerium bestätigte seinerzeit ein geplantes Gespräch mit Berlin.

Jüngste Expo war in Japan

Die bisher letzte Expo in Deutschland war im Jahr 2000 in Hannover, die jüngste Expo fand 2025 in Osaka in Japan statt. Eine Bewerbung für eine Expo in Deutschland müsste die Bundesregierung beim Bureau International des Expositions (BIE) in Paris einreichen. Ob Berlin und Brandenburg am Ende tatsächlich den Finger heben, ist offen. So ist fraglich, ob beide Länder, die in ihren Haushalten drastisch sparen müssen, die damit verbundenen Milliardenkosten stemmen können oder wollen.

US-Präsident Donald Trump hatte im Januar auf der Plattform Truth Social mitgeteilt, dass sich die Vereinigten Staaten um die World Expo 2035 bewerben werden. Ausrichtungsort soll dann Miami im US-Bundesstaat Florida sein./kr/DP/mis