AMSTERDAM (dpa-AFX) - Der Medizintechnikkonzern Philips
Die Aktie legte am Dienstag auf ein Hoch seit Februar 2025 zu. Zuletzt schmolz das Plus zwar etwas, mit 26,44 Euro kosteten die Papiere aber immer noch gut sieben Prozent mehr als tags zuvor. Analysten lobten die Zahlen zum vierten Quartal. Diese seien alles in allem besser gewesen als erwartet, schrieb Natalia Webster von der kanadischen Bank RBC in einer ersten Einschätzung.
Phillips' Vorstandsvorsitzender Roy Jakobs erklärte, die bessere Entwicklung dank neuer Produkte und des laufenden Restrukturierungsprogramms helfe dabei, die Auswirkungen der US-Zölle und des volatilen Umfelds besser abzumildern. Dabei sieht er Nordamerika "klar als Wachstumsmotor".
Bis 2028 soll der vergleichbare Umsatz im mittleren einstelligen Prozentbereich wachsen, teilte das Unternehmen am Morgen im Vorfeld seines Kapitalmarkttages in Amsterdam mit. Ausgeklammert sind dabei Währungs- und Portfolioeffekte. Die bereinigte Marge auf das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte (Ebita) soll dann im mittleren Zehner-Prozent-Bereich liegen. Philips will die Produktivität steigern und so 1,5 Milliarden Euro sparen.
Das vergangene Jahr schloss Philips mit einem robusten vierten Quartal ab, jedoch belastete der starke Euro das Wachstum. Der Umsatz stieg in den drei Monaten bis Ende Dezember im Vergleich zum Vorjahr um ein Prozent auf knapp 5,1 Milliarden Euro. Auf vergleichbarer Basis kletterten die Erlöse hingegen um sieben Prozent. In der gleichen Größenordnung legte das Neugeschäft zu. Das operative Ergebnis (bereinigtes Ebita) verbesserte sich von zuvor 679 Millionen auf 770 Millionen Euro, die entsprechende Marge stieg um 1,6 Prozentpunkte auf 15,1 Prozent. Gebremst wurde die Entwicklung durch die höheren Zölle.
Im Gesamtjahr kehrte Philips wieder in die schwarzen Zahlen zurück. Unter dem Strich stand 2025 ein Gewinn von 897 Millionen Euro, nach einem Verlust von 698 Millionen Euro im Vorjahr. 2024 hatten höhere Restrukturierungskosten das Ergebnis belastet, hinzu waren Abschreibungen sowie Rückstellungen für den Rechtsstreit im Zusammenhang mit fehlerhaften Beatmungsgeräten für die Schlaftherapie gekommen. Philips hatte sich 2024 nach in einem jahrelangen Streit mit der US-Justiz auf einen milliardenschweren Vergleich geeinigt.
Im laufenden Geschäftsjahr strebt der Konzern ein vergleichbares Umsatzwachstum von 3,0 bis 4,5 Prozent sowie eine bereinigte Ebita-Marge von 12,5 bis 13,0 Prozent an. Analysten hatten zuvor mit einer Marge von 12,4 Prozent gerechnet.
Im Vorjahr lag das vergleichbare Wachstum bei zwei Prozent, die Marge stieg auf 12,3 Prozent./nas/mne/tav/mis