Lawrow: Wir holen den Süden der Ukraine heim nach Russland
MOSKAU (dpa-AFX) - Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat vor Diplomaten die territorialen Maximalforderungen Moskaus an die Ukraine bekräftigt. "Das Volk der Krim, des Donbass und Neurusslands hat in Referenden seinen Willen bekundet", sagte er in Moskau, wie die staatliche Nachrichtenagentur Tass meldete. "Wir werden den Prozess der Rückkehr dieser traditionell russischen Gebiete in die Heimat vollenden."
Moskau hat erst 2014 auf der Halbinsel Krim, dann 2022 in den Gebieten Donezk, Luhansk, Saporischschja und Cherson völkerrechtlich nicht anerkannte Abstimmungen abhalten lassen, die angeblich Mehrheiten für den Anschluss an Russland ergaben. Der Begriff Neurussland umfasst für Moskau auch die südukrainischen Gebiete Odessa und Mykolajiw.
Lawrow: Ukraine darf keine Bedrohung für Russland sein
Die sprachlichen, kulturellen und religiösen Rechte ethnischer Russen, die unter der Herrschaft Kiews bleiben, müssten wiederhergestellt werden, forderte Lawrow in seiner Ansprache zum Tag des Diplomaten. Die Grundursache des Konflikts, wie er es nannte, müsse bereinigt werden: "die Beseitigung der militärischen Bedrohungen für die nationale Sicherheit Russlands, die von der Ukraine ausgehen", sagte der Außenminister.
Auf Befehl von Präsident Wladimir Putin führt Russland seit fast vier Jahren Krieg gegen das Nachbarland mit dem Ziel, die angebliche Diskriminierung ethnischer Russen zu beenden und einen Nato-Beitritt der Ukraine zu verhindern. Trotz laufender Verhandlungen rückt Moskau nicht von seinen Forderungen ab, die auf eine Unterwerfung der Ukraine hinauslaufen. Lawrow sagte, ein Erreichen dieser Kriegsziele werde ein wichtiger Impuls für eine neue Sicherheitsarchitektur des eurasischen Raums sein./fko/DP/jha