PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - An den europäischen Aktienmärkten geht es am Montag mit moderaten Kursgewinnen in die neue Woche. In einem insgesamt dünnen Handel blieb die Dynamik am Rosenmontag aber begrenzt. Im Tagesverlauf werden keine Impulse aus den USA kommen, wo ein Feiertag zu Ehren aller US-Präsidenten für ein verlängertes Wochenende sorgt.
Der EuroStoxx 50 stieg am Vormittag um 0,3 Prozent auf 6.001 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex kehrte damit wieder knapp über die zuletzt umkämpfte Marke von 6.000 Punkten zurück. Außerhalb der Eurozone stieg der britische Leitindex FTSE 100 um 0,1 Prozent auf 10.458 Zähler. Der Schweizer SMI konnte seinen Rekord weiter nach oben schrauben, indem er am Montag um 0,2 Prozent auf 13.634 Punkte zulegte.
Gefragt waren am Montag vor allem die Aktien aus dem Bankensektor, deren Teilindex sich um 1,8 Prozent von seinem Tief seit der Vorweihnachtszeit erholte. Im EuroStoxx gehörten neben Santander auch Unicredit , BNP Paribas , ING und Nordea zum Favoritenkreis. Die Augen blieben hier auf den Anleihemarkt gerichtet, denn die Rally des Bund-Futures verlor am Montag an Schwung. Dieser gilt als wichtigstes Zinsbarometer in Europa.
Unter die Banken in der Favoritenliste mischten sich die Aktien von L'Oreal , die um drei Prozent anzogen. Sie erholten sich damit von einem Kursrutsch, der am Freitag davon ausgelöst worden war, dass das Wachstum des Kosmetikkonzerns im vierten Quartal enttäuschte. Analysten der UBS und der Barclays Bank bleiben am Montag aber optimistisch gestimmt. Guillaume Delmas von der UBS verwies auf überzeugende Investitionsargumente.
Unter Druck standen dagegen vor allem die Titel aus dem Rohstoffbereich, dessen Teilindex 1,3 Prozent verlor und damit sein jüngst erreichtes Hoch seit 2008 weiter konsolidierte. In London gehörten die Titel von Rio Tinto oder Glencore mit bis zu zwei Prozent zu den Verlierern, während die Metallpreise zu Wochenbeginn etwas nachgaben.
In London waren Rüstungswerte dagegen begehrt, wie BAE Systems , Babcock der Qinetiq mit Anstiegen um bis zu 3,7 Prozent zeigten. David Perry von JPMorgan verwies auf Spekulationen, dass sich die Regierung in Großbritannien mit einer Erhöhung des Verteidigungsbudgets beschäftige. Er nannte dabei diese drei Unternehmen als wichtige Profiteure - vor allem Babcock nach einem Kursrutsch in der Vorwoche.
Titel des Baukonzerns ACS erreichten im Madrid mit einem Anstieg um mehr als drei Prozent ein erneutes Rekordhoch nach einer Kaufempfehlung des Analysehauses Jefferies. Analyst Graham Hunt sieht in den Spaniern einen starken Profiteur des Baus von Rechenzentren. Anders als bei der Tochter Hochtief , deren Aktionäre die Potenziale schon voll erkannt hätten, würden sie bei ACS noch unterschätzt.
Zu den Verlierern zählten die Aktien der Reederei Moller-Maersk mit fast zwei Prozent Minus. Für Gesprächsstoff in dieser Branche sorgt, dass der Konkurrent Hapag-Lloyd Übernahmegespräche mit der Reederei ZIM aus Israel führt./tih/stk