FRANKFURT (dpa-AFX) - Angesichts geopolitischer Unsicherheiten könnte der Dax
"Die Aktienmärkte bewegen sich derzeit seitwärts im Bereich ihrer Allzeithochs. Aufgrund der Drohung von Militärschlägen der USA gegen den Iran dürfte sich die Konsolidierung zunächst fortsetzen, denn der steigende Ölpreis wird zunehmend zu einem Belastungsfaktor", erwarten die Marktexperten der Commerzbank. Mittelfristig sehen sie allerdings weiteres Aufwärtspotential für die Aktienmärkte dank eines robusten Wachstums der Weltkonjunktur, deutlich wachsenden Unternehmensgewinnen und wahrscheinlich weiter fallenden US-Leitzinsen.
Nach Einschätzung des Analysten Andreas Lipkow vom Handelshaus CMC Markets ist die Stimmung an den Börsen zwar von der Eskalationsgefahr in Nahost eingetrübt, aber noch verhalten positiv. Marktstratege Christian Henke vom Broker IG verwies darauf, dass es in den Verhandlungen zwischen Washington und Teheran augenblicklich nicht nach einem raschen Durchbruch aussieht. "Obwohl die Diplomatie noch nicht verloren hat, rüsten sowohl die USA als auch der Iran auf und bereiten sich militärisch auf eine Konfrontation vor."
Bereits in zehn Tagen könnten die Vereinigten Staaten einen Militärschlag durchführen, fürchtet Henke. "Wenngleich Washington nicht an einer längeren militärischen Operation in der Krisenregion interessiert sein dürfte, könnte der Konflikt durchaus mehrere Wochen andauern und an den Finanzmärkten ein Beben auslösen", so Henke.
Auch Edgar Walk, Chefvolkswirt bei Metzler Asset Management, sieht ein erhebliches Risiko eines geopolitischen Konflikts, wirft aber die Frage auf, ob dies überhaupt relevant für die Finanzmärkte und die Weltwirtschaft sei. Bereits im Juni 2025 habe es israelische und amerikanische Angriffe auf den Iran gegeben - ohne größere Auswirkungen auf die Märkte.
Walk verwies auf eine Analyse des Internationalen Währungsfonds, wonach die Börsen in den USA und Großbritannien typischerweise nur etwa eine Woche auf geopolitische Ereignisse reagierten und nach einem Monat wieder vollständig erholt waren. "Geopolitik hat also in der Regel keine nennenswerten Auswirkungen auf die Finanzmärkte und die Weltwirtschaft. Es gibt aber eine Ausnahme: Wenn geopolitische Ereignisse den Ölmarkt über einen längeren Zeitraum stören, drohen eine längere Kurskorrektur am Aktienmarkt und negative Folgen für die Weltwirtschaft", betonte der Metzler-Ökonom.
Konjunkturell dürften in der neuen Woche aus Deutschland vor allem der Ifo Geschäftsklimaindex (Montag) und die Verbraucherpreise (Freitag) für Aufmerksamkeit sorgen. Am Mittwoch könnten das GfK-Geschäftsklima und Daten zum deutschen Wirtschaftswachstum das Interesse wecken. Aus den USA sollten die Zahlen zum Verbrauchervertrauen (Dienstag) im Anlegerfokus stehen.
Aus Unternehmenssicht geht die Berichtssaison weiter. Am Montag eröffnet Hella
Am dichtesten gepackt ist die Agenda am Donnerstag unter anderem mit den Bilanzen von Kion
--- Von Eduard Holetic, dpa-AFX ---