(neu: Aktienkurse von Warner und Paramount ergänzt, Netflix-Kurs aktualisiert)
LOS ANGELES (dpa-AFX) - Netflix
Paramount
Da das neue Paramount-Angebot von Warner als das Bessere eingestuft wurde, dürfte der Konzern nun den Zuschlag bekommen. Paramount hatte sich schon zuvor bereiterklärt, die Vertragsstrafe von 2,8 Milliarden Dollar zu übernehmen, die Warner in diesem Fall an Netflix zahlen muss.
Paramount will mehr Gewicht
Netflix bot knapp 83 Milliarden Dollar nur für das Studio- und Streaming-Geschäft von Warner Brothers. Die TV-Sender sollten in eine neue Firma abgespalten werden. Paramount bietet nach der Erhöhung rund 111 Milliarden Dollar für den gesamten heutigen Konzern samt der Fernsehsparte.
Paramount wird von Larry Ellisons Sohn, dem Filmproduzenten David Ellison geführt. Er will mit der Übernahme von Warner Bros. Discovery an Gewicht in Hollywood gewinnen. Paramount ist unter den kleineren Playern der Branche. Zu Warner gehören derweil unter anderem das DC-Superhelden-Universum mit Superman und Batman, Filmreihen wie "Harry Potter" sowie ein starkes Streaming-Geschäft auf Basis des Bezahlsenders HBO.
Wettbewerbsprüfung
Zugleich warnte Kaliforniens Generalstaatsanwalt Rob Bonta die Unternehmen, dass es eine Wettbewerbsprüfung geben werde - und eine Übernahme von Warner durch Paramount noch keine sichere Sache sei. Auch die Wettbewerbshüter in Washington werden den Deal angesichts seiner Dimension unter die Lupe nehmen. Die Ellisons machten sich Medienberichten zufolge angesichts der Nähe zu Trump Hoffnungen auf eine positive Entscheidung.
Paramount erklärte sich bereit, bei einem Scheitern des Deals sieben Milliarden Dollar zu zahlen. Große Teil von Kaufpreis werden von Larry Ellison persönlich garantiert. Der 81-jährige Tech-Mogul kann sich das leisten: Sein Vermögen wird aktuell vom Finanzdienst Bloomberg auf gut 200 Milliarden Dollar geschätzt.
Angst vor Stellenabbau in Hollywood
Die Stimmung in Hollywood mit Blick auf den Bieterwettstreit zwischen Netflix und Paramount war gespalten. Netflix haftete an, dass der Konzern sich stets auf das Streaming konzentrierte und seine Top-Manager sich in der Vergangenheit skeptisch über das Filmtheater-Geschäft äußerten. Zusicherungen von Co-Chef Ted Sarandos, dass man Warner-Filme unverändert in Kinos bringen würde, konnten das Misstrauen nicht ganz wettmachen.
Andererseits war auch klar, dass sich das Studio-Geschäft von Warner und die bisherigen Aktivitäten von Netflix weitgehend ergänzen würden. Beim Kauf durch Paramount werden sich hingegen viele Strukturen doppeln, was einen größeren Stellenabbau zur Folge haben könnte.
Netflix-Aktie steigt
Aus Sicht der Anleger steht Netflix ohne Warner Brothers jedenfalls besser da. Die Aktie des Streaming-Riesen stieg im frühen US-Handel um knapp neun Prozent. Netflix kündigte an, man werde weiter selbst in hochwertige Filme, Serien und Unterhaltung investieren. Zudem will das Unternehmen ein Programm zum Aktienrückkauf wieder aufnehmen. Der Netflix-Aktienkurs hatte angesichts der kostspieligen Übernahmepläne in den vergangenen Monaten deutlich nachgegeben. Warner Bros. verloren hingegen knapp zwei Prozent, während Paramount acht Prozent gewannen.
Zukunft von CNN
In dem Bieterkampf geht es auch um das Schicksal des Nachrichtensenders CNN, bei dem oft kritisch über US-Präsident Donald Trump berichtet wird. Trump sagte im Dezember, es müsse sichergestellt werden, dass CNN bei einem Deal auf jeden Fall den Besitzer wechsele.
Trump-Kritiker in den USA befürchten, dass CNN unter dem Dach von Paramount die redaktionelle Unabhängigkeit verlieren könnte. Unbegründet ist die Sorge nicht: Die Nachrichtenredaktion des Paramount-Senders CBS schlug seit der Übernahme durch die Ellisons zum Teil einen freundlichen Ton gegenüber der Trump-Regierung an.
Der von Larry Ellison kontrollierte Technologie-Konzern Oracle