ROUNDUP: Miele wächst dank starker Nachfrage bei Gewerbekunden
GÜTERSLOH (dpa-AFX) - Konsumzurückhaltung, schwaches Wachstum, viele Unklarheiten beim Thema Zoll und weiterhin Rückgang beim Bauen haben beim Haushaltsgerätehersteller Miele das Geschäft im Jahr 2025 erschwert. Laut Geschäftsführer Reinhard Zinkann sorgte besonders die derzeitige Neigung zum Sparen bei den Kunden für besonderen Kostendruck im Unternehmen. Umsatztreiber war laut den in Gütersloh vorgestellten Jahreszahlen deshalb nicht der private Bereich, sondern das Geschäft mit Reinigungs- und Waschgeräten in der Gastronomie, bei Feuerwehren oder Laboren in der Medizin. Der Gesamtumsatz stieg laut Zinkann im Jahr 2025 um 2,3 Prozent auf 5,16 Milliarden Euro.
Davon entfiel mehr als eine Milliarde Euro auf den Bereich der Gewerbekunden. Auch der Umsatz mit Privatkunden sei gewachsen, sagte Markus Miele. Aber nicht so stark wie im Businessbereich.
Über alle Sparten hinweg steigerte Miele im Vorjahresvergleich den Geräteabsatz um 2 Prozent auf 3,6 Millionen Stück. Weltweit ging die Zahl der Mitarbeiter um 2,4 Prozent auf knapp 23.000 zurück. Zum Gewinn äußert sich das Familienunternehmen traditionell nicht.
Miele hatte 2022 mit 5,43 Milliarden Euro das bislang umsatzstärkste Jahr. Grund war die Corona-Pandemie, in der viele Privathaushalte nutzen, um die Ausstattung zu modernisieren. Das Unternehmen hat seine stärksten Märkte verteilt auf drei Kontinenten in Deutschland, den USA, der Schweiz, Australien und den Niederlanden. Mehr als die Hälfte der Mitarbeiter arbeitet für Miele im Ausland, produziert wird an 19 Standorten. Im Werk in den USA lief gerade der 10.000 Backofen vom Band.
Problem Zölle
Das Hin und Her um die von US-Präsident Donald Trump festgelegten Zölle bereitet auch Miele Kopfzerbrechen. Markus Miele: "Wir müssen mit Mischkalkulationen arbeiten. Und natürlich gehen die Zölle zulasten der Marge." Bedeutet, für Miele bleibt unterm Strich weniger übrig. Zum 1. März habe das Unternehmen die Preise angehoben und damit reagiert. Um auf den Märkten bestehen zu können, könnte das Unternehmen die Zölle aber nicht 1:1 an die Kunden weitergeben.
Ausblick
Beim Ausblick auf das laufende Jahr geht Markus Miele von weiterhin volatilen, also wegen der Schwankungen schwer zu kalkulierenden Märkten aus. "Wir rechnen mit einer moderat positiven Umsatzentwicklung, allerdings weiterhin unter hohem Wettbewerbsdruck", so Miele.
Zum aktuellen Kriegsgeschehen im Nahen Osten äußerten sich die Geschäftsführer ebenfalls. Wegen der bestehenden Handelssanktionen mit Iran habe Miele zuletzt eh kein operatives Geschäft mit dem Land geführt. Ein Importeur beziehe allerdings Ersatzteile zum Beispiel für Medizintechnik von Miele.
Ob und wie jetzt Lieferketten durch den Krieg gestört seien oder noch werden, werde derzeit genau beobachtet. Zinkann gab sich aber gelassen. Bei dem Thema habe das Unternehmen in den vergangenen Jahren viele Erfahrungen gesammelt./lic/DP/stk