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OTS: DIE PAPIERINDUSTRIE e.V. / Papierindustrie 2025 weiter unter Druck: ...

03.03.2026
um 10:57 Uhr

Papierindustrie 2025 weiter unter Druck: Produktion, Absatz und Umsatz
rückläufig (FOTO)
Berlin (ots) - Abwärtstrend der Papier- und Zellstoffindustrie hält 2025 an:
Rückgang bei Produktionsmengen, Absatz und Umsatz / Trotz Entlastung bei den
Energiepreisen keine Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit / Unternehmen droht
Verlust an Substanz und Resilienz / Verbandspräsident Gallenkamp: "Die Politik
muss verstehen, dass viele Unternehmen mit dem Rücken zur Wand stehen."

- Gesamtproduktion sinkt 2025 um 2,5 Prozent
- Umsatz fällt 2025 um 5 Prozent
- Standortnachteile beschleunigen Strukturabbau
- Verband warnt vor weiterem Substanzverlust und fordert entschlossenes Handeln
der Politik

Die deutsche Papier- und Zellstoffindustrie stand auch 2025 massiv unter Druck
und musste bei Produktionsmenge, Absatz und Umsatz Rückgänge hinnehmen. Die
Gesamtproduktion lag aufgrund des strukturell bedingten Mengenrückgangs
insbesondere bei den graphischen Papieren 2,5 Prozent unter dem Vorjahresniveau
und erreichte 18,7 Millionen Tonnen. Dementsprechend ging auch der Gesamtabsatz
um 1,7 Prozent zurück (18,7 Millionen Tonnen). Unter anderem aufgrund des
starken Preisdrucks durch internationale Wettbewerber, die von günstigeren
Standortfaktoren profitieren, reduzierte sich der Gesamtumsatz um 5,0 Prozent
auf 14,2 Milliarden Euro.

Verpackungspapiere verbuchten auch 2025 im Zuge des weiterwachsenden
Online-Handels eine Produktionssteigerung in Höhe von 1,8 Prozent. Technische
und Spezialpapiere erzielten ein Produktionsplus von 1,3 Prozent. Bei den
graphischen Papieren ist die Lage angesichts der weiter tiefgreifenden
Änderungen im Kommunikations- und Medienbereich dagegen nach einem erneuten
zweistelligen Produktionsminus in Höhe von 16,7 Prozent dramatisch. In
Deutschland fiel der Rückgang mehr als doppelt so hoch aus wie in Europa, wo die
Produktion graphischer Papiere 2025 um etwas mehr als 7 Prozent zurückging.
Diese Entwicklung unterstreicht die Wettbewerbsnachteile des heimischen
Standortes. Auch die Produktionsmenge von Hygienepapieren reduzierte sich im
vergangenen Jahr leicht um 2,8 Prozent.

Obwohl das Bruttoinlandsprodukt 2025 weitgehend stagnierte, sank der
Inlandsabsatz um 2,8 Prozent, während der Auslandabsatz lediglich um 0,7 Prozent
rückläufig war.

2025 erreichte die Branche eine Kapazitätsauslastung von 85 Prozent. Im
Langzeitvergleich setzt sich damit eine Abschwächung fort: Der Wert liegt 5
Prozentpunkte unter dem von 2020 und bleibt 10 Prozentpunkte hinter dem
Durchschnittsniveau der Jahre 2000-2010 zurück.

Diese Entwicklungen blieben zusammengenommen nicht ohne Folgen auf den
wirtschaftlichen Erfolg. In vielen Betrieben war die Ertragssituation
entsprechend angespannt, was zusammen mit dem hohen Kostenniveau in vielen
Bereichen bereits zu zahlreichen Stilllegungen von Papiermaschinen und
Standortschließungen führte. Ende 2025 waren nur noch 128 Werke mit 216
Papiermaschinen in Betrieb. Fünf Jahre zuvor waren es noch 152 Werke mit 260
Papiermaschinen. Damit wurden in den letzten fünf Jahren mehr als 15 Prozent der
Werke und Papiermaschinen stillgelegt. Entsprechend gingen innerhalb von fünf
Jahren auch die Beschäftigtenzahlen der Branche von 45.600 auf rund 41.000*
zurück.

Enttäuschend fiel 2025 auch die politische Unterstützung aus. Viele angekündigte
Reformen und Kostensenkungen wurden nicht oder nur teilweise umgesetzt. Das
verschärfte die ohnehin angespannte wirtschaftliche Lage der Branche, da statt
Entlastungen und mehr Flexibilität weitere Belastungen durch gestiegene
Lohnnebenkosten, höhere Rohstoff- und Logistikkosten sowie durch regulatorische
Auflagen hinzukamen. Gerade mehr Flexibilität wäre jedoch im Sinne der
Fachkräftesicherung erforderlich, um dem zunehmenden Fach- und
Arbeitskräftemangel wirkungsvoll zu begegnen. All dies erschwerte die
wirtschaftliche Produktion und engte den unternehmerischen Handlungsspielraum
zunehmend ein.

Auch in diesem Jahr bleiben die Bedingungen für die deutsche Papier- und
Zellstoffindustrie herausfordernd. Es zeichnet sich bereits ab, dass der
angekündigte Industriestrompreis zwar ein gut gemeintes Wahlversprechen war,
aber an vorher bekannten rechtlichen Rahmenbedingungen scheiterte und bei vielen
Unternehmen deshalb gar nicht oder nur in Teilen ankommen wird. Hier gibt es
dringenden Handlungsbedarf für die Bundesregierung, wenn die deutsche Papier-
und Zellstoffindustrie im internationalen Wettbewerb bestehen und ihren Anspruch
als Lösungsanbieter für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft auch weiterhin
international einlösen soll.

Weiterhin drohen in anderen Bereichen steigende Kosten, wenn nicht von Seiten
der Politik zeitnah und entschlossen gegengesteuert wird. Besonders gravierend
ist dies bei der anstehenden Reduktion an Zertifikate-Zuteilung im EU-ETS I. Die
deutsche Papier- und Zellstoffindustrie steht vor einem Verlust von zugeteilten
Zertifikaten im Wert von über 140 Millionen Euro pro Jahr. 140 Millionen Euro,
die dadurch nicht in notwendige Investitionen für die Transformation fließen
können.

"Unsere Unternehmen stehen mit dem Rücken zur Wand. Wenn die Politik nicht
endlich entschlossen handelt, wird sich der Strukturabbau weiter beschleunigen -
mit gravierenden Folgen für Arbeitsplätze, Wertschöpfung und die nachhaltige
Transformation", betont Hans-Christoph Gallenkamp, Präsident des Verbandes DIE
PAPIERINDUSTRIE. "Unsere Branche treibt Kreislaufwirtschaft und Innovation aktiv
voran. Damit wir das auch künftig können, braucht es jetzt politische
Umsetzungsgeschwindigkeit und den Mut zu echten Reformen bei Sozialstaat und
Standortfaktoren", so Gallenkamp weiter.

Detaillierte Informationen sind unter folgendem Link zu finden: Paper Facts &
Figures (https://www.papierindustrie.de/fileadmin/0002-PAPIERINDUSTRIE/99_Publik
ationen/Papierindustrie_FactsFigures2025_FINAL.pdf)

*Schätzung Januar 2026

Pressekontakt:

DIE PAPIERINDUSTRIE

Marilena Hantke
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Markgrafenstraße 19
10969 Berlin
T +49 171 3505182
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