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ROUNDUP 2/Eine Woche Iran-Krieg: Keine Anzeichen auf Nachlassen

06.03.2026
um 15:47 Uhr

TEHERAN/TEL AVIV/WASHINGTON (dpa-AFX) - Rund eine Woche nach Beginn des Iran-Kriegs mit schweren Angriffen der USA und Israels auf den Iran und Gegenschlägen auf US-Verbündete in der gesamten Region zeigen sich beide Seiten unnachgiebig.

US-Präsident Donald Trump schloss ein Abkommen mit Teheran zur Beendigung des Konflikts aus. Stattdessen fordere er "bedingungslose Kapitulation", wie er auf seiner Plattform Truth Social schrieb. Er erneuerte zudem seinen Anspruch, bei der Auswahl der künftigen Staatsführung im Iran mitzubestimmen. Danach werde man das Land wieder aufbauen und zu neuer Größe führen, so der Republikaner.

Israel: Überraschungsangriffsphase beendet

Von israelischer Seite hieß es, die Angriffe gingen in eine nächste Phase über. "In dieser Phase werden wir das Regime und seine militärischen Kapazitäten weiter zerschlagen", sagte Israels Generalstabschef Ejal Zamir Militärangaben zufolge. Seit vergangenem Wochenende habe Israels Luftwaffe in der nun abgeschlossenen "Überraschungsangriffsphase" rund 2.500 Angriffe im Iran ausgeführt, die Lufthoheit erlangt und mehr als 60 Prozent der Abschussvorrichtungen für ballistische Raketen zerstört.

Der staatliche Rundfunk im Iran berichtete unter Berufung auf die Streitkräfte, der Feind werde in den kommenden Tagen intensiver und umfangreicher angegriffen.

Der Iran hält mit seinen Raketen- und Drohnenbeschüssen die gesamte Region in Atem und blockiert zudem die Durchfahrt durch für den Seehandel wichtige Straße von Hormus mit potenziell dramatischen Konsequenzen für die Weltwirtschaft. Dem Rundfunk zufolge wurde kurz vor dem Wochenende ein Öltanker vor der Küste Kuwaits attackiert und stand in Flammen.

Merz warnt vor unkontrollierbaren Folgen

Bundeskanzler Friedrich Merz warnte vor unkontrollierbaren Folgen durch eine lange Kriegsdauer. "Eine dauerhafte Fortführung dieses Krieges wäre nicht in unserem Interesse. Gleiches gilt auch für den möglichen Zusammenbruch der iranischen Staatlichkeit oder auf dem iranischen Boden ausgetragener Stellvertreterkonflikte", sagte der CDU-Chef bei einem Besuch in München. Solche Szenarien könnten weitreichende Folgen für Europa haben, unter anderem auch für die Sicherheit, für die Energieversorgung und für die Migration.

Die Bundesregierung teile die Ziele der USA und Israels, die gegen das iranische Nuklear- und Raketenprogramm sowie die iranische Bedrohung Israels und seiner Nachbarn gerichtet seien. "Das iranische Volk hat das Recht, frei über sein Schicksal zu entscheiden", sagte der Kanzler. Mit zunehmender Dauer und der Ausweitung der Kampfhandlungen würden aber die Risiken wachsen, für Israel ebenso wie die gesamte Golfregion.

Bunker des obersten Revolutionsführers angegriffen

Israels Armee griff eigenen Angaben zufolge den unterirdischen Militärbunker des getöteten Staatsoberhaupts und Religionsführers Ajatollah Ali Chamenei an. Der unterirdische Komplex befinde sich unter iranischen Regierungsgebäuden im Zentrum der Hauptstadt Teheran, teilte das israelische Militär mit. Der Angriff schwäche "die Führungs- und Kontrollfähigkeiten des Regimes" weiter, so die Mitteilung.

Irans Staatsoberhaupt wurde vor fast einer Woche getötet. Am siebten Tag des Iran-Kriegs melden iranische Medien wieder landesweite Angriffe. Neben der Millionenmetropole Teheran seien auch Isfahan im Zentraliran sowie drei Kleinstädte bombardiert worden, berichtete die Nachrichtenagentur Tasnim. Die iranische Rothalbmondgesellschaft veröffentlichte Fotos zerstörter Wohnhäuser aus den großen Städten.

Neue Welle iranischer Raketen auf Israel

Irans Streitkräfte feuerten eigenen Angaben zufolge eine neue Welle an Raketen auf Israel ab. Das berichteten der staatliche iranische Rundfunk und die Nachrichtenagentur Tasnim, die den mächtigen Revolutionsgarden nahesteht. In Israel wurde Raketenalarm ausgelöst. Auch Bahrain und Saudi-Arabien meldeten Angriffe aus dem Iran.

Insgesamt wurden in Israel im Zuge des Krieges bislang elf Menschen getötet. Im Iran sollen seit Samstag bereits mehr als 1.200 Menschen ums Leben gekommen sein, wie iranische Medien unter Berufung auf eine staatliche Stiftung berichteten. Auch in den Golfstaaten gab es bei iranischen Angriffen bereits mehrere Tote.

Schlagabtausch mit Hisbollah im Libanon

Zu einem Schlagabtausch mit Raketenbeschuss und Bombardierungen kam es auch zwischen Israels Streitkräften und der Schiitenmiliz Hisbollah im Libanon. Nachdem es bereits in der Nacht zu schweren israelischen Angriffen auf die südlichen Vorstädte Beiruts gekommen war, wurden diese am Vormittag erneut zum Ziel von Bombardements. Auch aus dem Libanon flogen Raketen in Richtung Israel.

In Aufnahmen waren dicke Rauchschwaden über den als Dahija bezeichneten südlichen Vorstädten Beiruts zu sehen. Die dicht besiedelten Viertel gelten als Hochburg der mit dem Iran verbündeten Schiitenmiliz Hisbollah. Diese hatte zu Anfang der Woche begonnen, als Reaktion auf die Tötung Chameneis Raketen auf Israel zu schießen. Seitdem greift auch Israel Ziele im Libanon an.

Berichten zufolge hatten viele Tausende Menschen die Beiruter Vorstädte in den vergangenen Tagen verlassen, nachdem Israels Armee weiträumige Evakuierungsaufforderungen veröffentlicht hatte./cir/DP/men