ROUNDUP: Moskau zufrieden nach US-Lockerungen bei Ölsanktionen
MOSKAU (dpa-AFX) - Nach der befristeten Lockerung von US-Sanktionen auf russisches Öl gibt sich Moskau selbstbewusst und zufrieden. "Die USA erkennen faktisch das Offensichtliche an: Ohne russisches Öl kann der globale Energiemarkt nicht stabil bleiben", schrieb der Kremlgesandte Kirill Dmitrijew bei Telegram.
In der Nacht zum Freitag hatte US-Finanzminister Scott Bessent auf X mitgeteilt, dass Länder zeitweise russisches Öl kaufen dürften, das sich bereits auf Schiffen befinde. Ziel sei, das Angebot auf dem Weltmarkt zu verbessern. Die befristete Ausnahme von US-Sanktionen soll bis 11. April gelten.
Dmitrijew, der erst diese Woche für Wirtschaftsgespräche in den USA war, sprach nun von rund 100 Millionen Barrel russischem Öl, das sich im Transit befinde. Vor dem Hintergrund der sich verschärfenden Energiekrise scheine eine weitere Lockerung der Beschränkungen für russische Energieträger immer unausweichlicher, schrieb Dmitrijew. "Trotz des Widerstands eines Teils der Brüsseler Bürokratie." 100 Millionen Barrel Öl entsprechen in etwa dem weltweiten Verbrauch an einem Tag.
Dmitrijew ist der Sonderbeauftragte von Kremlchef Wladimir Putin für die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit dem Ausland und spielt auch bei den Verhandlungen über die Beendigung des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine eine wichtige Rolle. Er soll aus Moskauer Sicht vor allem auf die Position Washingtons Einfluss nehmen und auch die Wirtschaftsbeziehungen wieder verbessern.
Kremlsprecher Dmitri Peskow wertete die befristete Lockerung von US-Sanktionen als Versuch, die Energiemärkte zu stabilisieren. Dabei deckten sich die Interessen der USA und Russlands, sagte er russischen Nachrichtenagenturen zufolge.
Für Moskau sind Einnahmen aus dem Energiegeschäft wichtig für die Kriegskasse. Seit Jahren gibt es Sanktionen von der EU und den USA, die den russischen Ölsektor betreffen. Die globalen Energiemärkte sind infolge des Iran-Kriegs sehr volatil, die Preise für Öl und Gas sind seit Kriegsbeginn vor knapp zwei Wochen stark angestiegen./ksr/DP/men