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Macron sieht keine Abkehr der USA von Russland-Sanktionen

13.03.2026
um 15:39 Uhr

PARIS (dpa-AFX) - Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sieht in der vorübergehenden Lockerung von US-Sanktionen auf russisches Öl keine generelle Abkehr von den Strafmaßnahmen. Die USA hätten eine zeitliche begrenzte und an Bedingungen geknüpfte Abweichung verfügt, sagte Macron bei einem Besuch des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Paris. Diese nehme die von den USA selbst beschlossenen Sanktionen nicht nachhaltig und umfassend zurück. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hatte das Vorgehen der USA kritisiert.

Macron betonte, bei einem Treffen der Staats- und Regierungschefs der G7-Länder diese Woche sei es die gemeinsame Position gewesen, Sanktionen gegen Russland aufrechtzuerhalten. Merz hingegen sprach davon, dass sechs Länder sich sehr klar gegen eine Lockerung dieser Sanktionen ausgesprochen hätten. "Wir haben dann heute Morgen erfahren, dass sich die amerikanische Regierung offensichtlich anders entschieden hat."

In der Nacht zum Freitag hatte US-Finanzminister Scott Bessent auf X mitgeteilt, dass Länder zeitweise russisches Öl kaufen dürften, das sich bereits auf Schiffen befinde. Ziel sei, das Angebot auf dem Weltmarkt zu verbessern. Die befristete Ausnahme von US-Sanktionen soll bis 11. April gelten. Macron zufolge betonten die USA dabei selbst, dass die Sanktionen grundsätzlich weiter Bestand hätten./rbo/DP/men