BOISE (dpa-AFX) - Der US-Speicherchip-Spezialist Micron
Die in den vergangenen Wochen und Monaten stark gelaufene Aktie gab im frühen US-Handel am Donnerstag 8 Prozent nach. Das Papier hatte allerdings bis Mittwochabend alleine in diesem Jahr um mehr als 60 Prozent angezogen; in den vergangenen zwölf Monaten legte der Börsenwert um 350 Prozent auf rund 520 Milliarden US-Dollar zu.
Die Experten von JPMorgan merkten an, dass die Sorgen von Anlegern vermutlich berechtigt seien, dass sich die Bruttomarge von Micron nicht weiterhin so rasant verbessern dürfte, wie zuletzt. Ähnlich äußerten sich auch die Analysten von Stifel. Ihrer Meinung nach gibt es jedoch keinen Auslöser, der den Sektor in den nächsten 12 oder mehr Monaten unter Druck setzen könnte - "sofern das Angebotswachstum begrenzt bleibt und die Nachfrage nach KI nicht nachlässt."
Micron, sowie Samsung und SK Hynic verzeichnen derzeit eine rasante Nachfrage nach High-End-Speichern für KI-Anwendungen, was die Preise in die Höhe treibt. Speicherhersteller weisen daher einen größeren Teil ihrer Produktion diesen margenstärkeren Aufträgen zu, was wiederum für einen Mangel an herkömmlichen Speicherchips sorgt, die etwa für Autos und Smartphones gebraucht werden. Viele erwarten, dass sich die Lage zunächst verschärft, bevor sie sich bessert.
Den JPMorgan-Analysten zufolge verändert sich derzeit die Art und Weise, wie die Kunden von Micron Speicher bewerten: "Weniger als Rohstoff und mehr als strategisches Kapital".
Micron will in dem bis August laufenden Geschäftsjahr mehr als 25 Milliarden Dollar investieren. Das ist etwas mehr, als Analysten bislang erwartet hatten. Im kommenden Geschäftsjahr will der Konzern noch mal zehn Milliarden draufpacken. Beim Umsatz rechnet Micron-Chef Sanjay Mehrotra mit einem Anstieg auf rund 33,5 Milliarden Dollar. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn je Aktie soll auf 19,15 Dollar steigen, wie das Unternehmen am Mittwoch nachbörslich in Boise mitteilte.
Im zweiten Quartal setzte der Konzern knapp 24 Milliarden Dollar (knapp 21 Mrd Euro) um. Der Gewinn lag bei rund 14 Milliarden Dollar oder 12,20 Dollar je Aktie. Beide Werte lagen deutlich über denjenigen des Vorquartals. Zudem schnitt der Konzern besser ab, als Experten erwartet hatten. Außerdem liegen die Ziele für das dritte Quartal deutlich über den Analysten-Erwartungen./lew/zb/nas/jha/