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OTS: CRIF GmbH / Insolvenzen von Apotheken steigen auf den höchsten Stand ...

23.03.2026
um 10:07 Uhr

Insolvenzen von Apotheken steigen auf den höchsten Stand seit 2008 /
CRIF-Auswertung zeigt: Auch Insolvenzgefährdung nimmt zu,
Apothekenbranche bleibt dennoch stabiler als die Gesamtwirtschaft
Hamburg (ots) - Die Zahl der Apothekeninsolvenzen hat im Jahr 2025 mit 44 Fällen
den höchsten Stand seit 2008 erreicht. Nach einer langen Phase weitgehend
stabiler oder rückläufiger Werte zeigen sich seit 2023 deutliche Veränderungen:
Auf 19 Insolvenzen im Jahr 2023 folgten 40 Fälle im Jahr 2024 und schließlich 44
im Jahr 2025. Diese Entwicklung weist auf veränderte wirtschaftliche
Rahmenbedingungen hin, die unter anderem durch steigende Personal-, Energie-,
Miet- und Bürokratiekosten sowie durch eine seit Jahren ausbleibende
Honoraranpassung und Herausforderungen bei der Personalgewinnung beeinflusst
werden.

Auch die Entwicklung der Insolvenzgefährdung (Bonitätsindex 4,5 bis 6,0)
verdeutlicht die Belastung. Im Jahr 2025 galten bundesweit 246 Apotheken als
gefährdet, 2026 steigt dieser Wert auf 277 Betriebe - ein Zuwachs von 12,6
Prozent. Besonders deutlich zeigt sich diese Entwicklung in mehreren
Bundesländern: In Hessen nimmt die Zahl gefährdeter Apotheken um 46,7 Prozent
zu, in Nordrhein-Westfalen um 30,8 Prozent, in Baden-Württemberg um 26,7
Prozent, in Thüringen um 22,2 Prozent und in Berlin um 20,0 Prozent.

Gleichzeitig gibt es Regionen mit rückläufigen Werten. In Hamburg sinkt die Zahl
gefährdeter Apotheken um 57,1 Prozent, in Schleswig-Holstein um 37,5 Prozent, in
Bremen um 25,0 Prozent, in Sachsen-Anhalt um 14,3 Prozent und in Sachsen um 8,3
Prozent.

Im Vergleich zur Gesamtwirtschaft bleibt die Branche dennoch stabiler. Während
deutschlandweit 322.470 Unternehmen als insolvenzgefährdet gelten, was einem
Anteil von 10,3 Prozent aller Firmen entspricht, fällt der Anteil
insolvenzgefährdeter Apotheken mit 1,7 Prozent deutlich geringer aus.

Dr. Frank Schlein, Geschäftsführer von CRIF Deutschland, ordnet die Ergebnisse
wie folgt ein:

"Die wirtschaftliche Situation vieler Apotheken verschärft sich zunehmend:
Während Personal-, Energie-, Miet- und Bürokratiekosten stetig steigen, bleibt
die Honorarentwicklung seit Jahren nahezu unverändert. Diese zunehmende Schere
zwischen wachsenden Ausgaben und stagnierenden Einnahmen führt zu einem
erheblichen wirtschaftlichen Druck in der Apothekenlandschaft. Gleichzeitig
zeigt der Blick in die Gesamtwirtschaft, dass Apotheken trotz dieser Belastungen
strukturell widerstandsfähiger sind. Doch auch wenn Apotheken im Vergleich
stabiler dastehen, dürfen die steigenden Kosten und die fehlende
Honoraranpassung nicht unterschätzt werden: Sie setzen der Branche zunehmend
sichtbar zu."

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Oliver Ollrogge, CRIF GmbH, Bereich Marketing/PR
E-Mail: mailto:o.ollrogge@crif.com, Tel.: 040 / 89 803 582

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