BERLIN (dpa-AFX) - Der Essenslieferdienst Delivery Hero
Die Aktie von Delivery Hero legte zuletzt um rund acht Prozent zu und gehörte damit zu den stärksten Titeln im Mittelwerteindex MDax
Branchenexperte Andrew Ross von der britischen Bank Barclays wertete den Verkauf als positiven Schritt für Delivery Hero. Der Wert der Aktie dürfte dadurch steigen. Er hofft auf weitere Schritte dieser Art.
Konzernchef Niklas Östberg sah den Verkauf als wichtigen ersten Schritt in der laufenden strategischen Prüfung des Konzerns. Laut ihm geht es darum, den Wert für die Aktionäre zu steigern und das Kapital optimal einzusetzen. Für Grab ist der Kauf der Schritt auf den taiwanischen Markt.
Im Dezember hatte Delivery Hero angekündigt, den Verkauf von Unternehmensteilen zu prüfen. Dabei wollte der Konzern auch strategische Partnerschaften und Kapitalmarkttransaktionen für Ländergesellschaften ins Auge fassen. Zudem würden "wertsteigernde Maßnahmen zur Kapitalstruktur und Kapitalallokation" geprüft, hieß es damals.
Zuvor hatte es Berichte gegeben, wonach Investoren das Management auf Verkäufe von Geschäftsfeldern drängen sollen.
Das Essensliefergeschäft in Taiwan erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2025 laut Mitteilung einen Bruttowarenwert (GMV) von 1,5 Milliarden Euro und - wenn man die Konzernkosten herausrechnet - ein positives bereinigtes Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen.
Delivery Hero will sein Geschäft in Südostasien schon seit längerem abstoßen. Anfang Februar 2024 waren Verhandlungen gescheitert, da sich der Konzern mit Kaufinteressenten nicht über die Bedingungen einigen konnte.
Im Mai 2024 hatte Delivery Hero schließlich mit dem US-Fahr- und Lieferdienst Uber
Im Dezember 2024 brachte Delivery Hero die Nahost-Tochter Talabat
Im vergangenen Jahr steigerte Delivery Hero nach einem guten vierten Quartal den Gewinn im Tagesgeschäft deutlich. So stieg das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (Ebitda) von 692,5 Millionen Euro im Vorjahr auf über 900 Millionen Euro, wie das Unternehmen Ende Februar auf Basis vorläufiger Zahlen mitgeteilt hatte.
Dies verdankte das Unternehmen einem deutlichen Geschäftswachstum: Der bestellte Bruttowarenwert wuchs zu konstanten Wechselkursen um neun Prozent auf knapp 49,2 Milliarden Euro. Der Gesamtumsatz aller Segmente kletterte um fast ein Viertel auf 14,8 Milliarden Euro./err/stw/men