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Apotheken bleiben zu - Protesttag für mehr Geld

23.03.2026
um 14:51 Uhr

BERLIN (dpa-AFX) - Wegen eines bundesweiten Protests für höhere Vergütungen sind viele Apotheken am Montag geschlossen geblieben. Die Branche will damit weiter Druck für eine seit Jahren ausgebliebene Honoraranhebung machen. Der Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (Abda), Thomas Preis beklagte eine "chronische Unterfinanzierung" der Apotheken und gestiegene Betriebs- und Personalkosten. Unter anderen in Berlin und München versammelten sich Apothekerinnen und Apotheker zu Demonstrationen. Für dringend benötigte Medikamente sollten Notdienstapotheken geöffnet bleiben.

Den Apotheken geht es darum, einen lange nicht erhöhten Fix-Bestandteil des Honorars von 8,35 Euro pro Packung auf 9,50 Euro anzuheben. Union und SPD hatten dies im Koalitionsvertrag vereinbart, die Umsetzung dann aber wegen der angespannten Finanzlage der gesetzlichen Krankenkassen zurückgestellt. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) kündigte jedoch kürzlich an, die Erhöhung jetzt anzugehen und im Frühjahr eine Verordnung vorzulegen.

"Honorar-Stillstand" mit Folgen

Abda-Präsident Preis sagte: "Wegen des Honorar-Stillstands musste seit 2013 jede fünfte Apotheke schließen." Dies habe extrem negative Auswirkungen auf die Versorgung der Patientinnen und Patienten.

Der Spitzenverband der gesetzlichen Kassen betonte, die Apotheken erhielten bereits Jahr für Jahr mehr Geld. Die Vergütung aus den Portemonnaies der Beitragszahler sei von 2013 bis 2024 um 26 Prozent auf 7,1 Milliarden Euro pro Jahr gestiegen, erläuterte Verbands-Vize Stefanie Stoff-Ahnis. Es brauche in der Summe keine Anhebung, aber eine bessere Verteilung. "Apotheken in Ballungsräumen mit Millionenumsätzen brauchen keine Vergütungserhöhung, umsatzschwache Apotheken in strukturschwachen Regionen hingegen schon."

Netz der Apotheken schrumpft

Die Zahl der Apotheken schrumpft seit längerem. Zum Jahresende 2025 gab es bundesweit noch 16.601 Apotheken, 440 weniger als zum Ende des Vorjahres. Die Barmer Krankenkasse wandte sich gegen "Alarmismus" wegen dieser Entwicklung und verwies auf eine eigene Analyse zur Erreichbarkeit. Demnach könnten 78 Prozent der Bevölkerung in maximal zwei Kilometern eine Apotheke erreichen, im Radius von sechs Kilometern 96 Prozent der Bundesbürger. Von Apothekenschließungen seien Städte stärker betroffen als ländliche Regionen./sam/DP/nas