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ROUNDUP: Apotheken bleiben zu - Protesttag für mehr Geld

23.03.2026
um 18:00 Uhr

BERLIN (dpa-AFX) - Wegen bundesweiter Protestaktionen für höhere Vergütungen sind viele Apotheken am Montag geschlossen geblieben. "Der Honorarstillstand muss endlich ein Ende haben", sagte der Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (Abda), Thomas Preis. Die Branche beklagt eine seit Jahren bestehende "chronische Unterfinanzierung" der Apotheken und gestiegene Betriebs- und Personalkosten. In mehreren Städten versammelten sich Apothekerinnen und Apotheker zu Kundgebungen. Für dringend benötigte Medikamente sollten Notdienstapotheken am Protesttag geöffnet bleiben.

An Demonstrationen in Berlin, Düsseldorf, Hannover und München hätten rund 25.000 Menschen teilgenommen, teilte die Abda mit. Sie hätten das Signal ausgesandt, dass es Apotheken "nicht zum Nulltarif" gebe. Für die Menschen in Stadt und Land verlängerten sich mit jeder geschlossenen Apotheke die Wege.

Ministerin kündigte Erhöhung schon an

Konkret geht es der Branche darum, einen lange nicht erhöhten Fix-Bestandteil des Honorars von 8,35 Euro pro Packung auf 9,50 Euro anzuheben. Union und SPD hatten es im Koalitionsvertrag vereinbart, die Umsetzung dann aber wegen der angespannten Finanzlage der gesetzlichen Krankenkassen zurückgestellt. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) kündigte jedoch kürzlich an, die Erhöhung jetzt anzugehen und im Frühjahr eine Verordnung vorzulegen.

Der Spitzenverband der gesetzlichen Kassen betonte, die Apotheken erhielten bereits Jahr für Jahr mehr Geld. Die Vergütung aus den Portemonnaies der Beitragszahler sei von 2013 bis 2024 um 26 Prozent auf 7,1 Milliarden Euro pro Jahr gestiegen, erläuterte Verbands-Vize Stefanie Stoff-Ahnis. Es brauche in der Summe keine Anhebung, aber eine bessere Verteilung. "Apotheken in Ballungsräumen mit Millionenumsätzen brauchen keine Vergütungserhöhung, umsatzschwache Apotheken in strukturschwachen Regionen hingegen schon."

Netz der Apotheken schrumpft

Die Zahl der Apotheken schrumpft seit längerem. Zum Jahresende 2025 gab es bundesweit noch 16.601 Apotheken, 440 weniger als zum Ende des Vorjahres. Die Barmer Krankenkasse wandte sich gegen "Alarmismus" wegen dieser Entwicklung und verwies auf eine eigene Analyse zur Erreichbarkeit. Demnach könnten 78 Prozent der Bevölkerung in maximal zwei Kilometern eine Apotheke erreichen, im Radius von sechs Kilometern 96 Prozent der Bundesbürger. Von Apothekenschließungen seien Städte stärker betroffen als ländliche Regionen./sam/DP/men