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EU verschiebt Verbotsplan für russische Ölimporte

24.03.2026
um 16:26 Uhr

BRÜSSEL (dpa-AFX) - Nach Beginn des Iran-Kriegs verschiebt die EU-Kommission die Präsentation von Plänen für ein vollständiges und dauerhaftes Verbot von russischen Ölimporten. Die ursprünglich für den 15. April geplante Vorlage wurde auf unbestimmte Zeit verschoben, wie aus einer Terminübersicht zu geplanten Initiativen der Brüsseler Behörde hervorgeht. Wann die Maßnahmen stattdessen vorgestellt werden sollten, ließ eine Sprecherin auf Nachfrage offen. Auch Gründe für die Verschiebung nannte sie nicht.

Denkbar ist, dass die Situation auf dem weltweiten Ölmarkt oder auch die Kritik des ungarischen Regierungschefs Viktor Orban eine Rolle spielen. Bis zuletzt bezogen noch Ungarn und die Slowakei Öl aus Russland. 2022 hatte die EU ein weitgehendes Einfuhrverbot beschlossen, allerdings mit entsprechenden Ausnahmen.

Größte Versorgungsstörung

Infolge des Iran-Kriegs ist die weltweite Ölversorgung unbeständig. Die Internationale Energieagentur IEA sprach Mitte des Monats von der "größten Versorgungsstörung in der Geschichte des globalen Ölmarktes". Die Golfstaaten haben die Ölproduktion um mindestens zehn Millionen Barrel pro Tag heruntergefahren, hauptsächlich weil der Transport durch die Straße von Hormus fast zum Erliegen gekommen ist, so die IEA.

Vor dem Krieg wurden den Angaben zufolge täglich etwa 20 Millionen Barrel Öl durch die Meeresenge transportiert, nun sei es nur mehr ein Rinnsal. Als Reaktion gab die IEA eine Rekordmenge strategischer Ölreserven frei./rdz/DP/jha