PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Die europäischen Aktienmärkte haben am Dienstag leichte Gewinne verzeichnet. Dabei gab das US-Ultimatum an den Iran erneut die Richtung vor. "Nach Gerüchten um eine erneute Verlängerung des Ultimatums, den Verhandlungsbemühungen von fünf befreundeten Staaten und acht beteiligten Geheimdiensten hat sich die Stimmung auf dem Börsenparkett wieder etwas aufgehellt", so Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst vom Broker CMC Markets. "Die Anleger gehen nun davon aus, dass es zumindest mittelfristig zu einem Waffenstillstand im Nahen Osten kommen könnte." Die Frist, die Trump Teheran zur Öffnung der Straße von Hormus ursprünglich gesetzt hatte, läuft nach deutscher Zeit um 2.00 Uhr in der Nacht zum Mittwoch ab.
Der EuroStoxx 50 gewann am späten Vormittag 0,96 Prozent auf 5.746,70 Punkte. Außerhalb des Euroraums zog der Schweizer SMI um 0,56 Prozent auf 13.055,06 Punkte an, während der britische FTSE 100 0,3 Prozent auf 10.466,75 Punkte gewann.
Mit Abstand stärkster Sektor waren die Medientitel. Aktien von Universal Music Group (UMG) trieben mit einem Gewinn von 11,4 Prozent den Sektor. Der US-Investor Bill Ackman will mit seiner Investmentfirma Pershing Square Capital den Musikkonzern für rund 56 Milliarden Euro übernehmen. Pershing bietet insgesamt 30,40 Euro je UMG-Aktie. Dies entspricht einem Aufschlag von rund 78 Prozent auf den letzten Schlusskurs. Die Aktionäre von UMG sollen 9,4 Milliarden Euro in bar erhalten, was 5,05 Euro je Aktie entspricht sowie 0,77 Aktien einer neuen Gesellschaft für jede gehaltene UMG-Aktie.
Nur leicht im Plus lag dagegen der Technologiesektor. Hier belasteten die Verluste des Schwergewichts ASML , das um 2,3 Prozent nachgab. Analysten verwiesen auf einen Gesetzentwurf aus Washington. Der sogenannte "Match Act" (Multilateral Alignment of Technology Controls on Hardware) ziele auf das US-Exportgeschäft von DUV-Anlagen des niederländischen Herstellers von Lithografie-Systemen nach China, hieß es. Wie JPMorgan-Analyst Sandeep Deshpande schrieb, ist dieser Gesetzesentwurf am Donnerstag von Senatoren beider Parteien eingebracht worden und dürfte sich "negativ auf den Umsatz und Gewinn" von ASML auswirken.
Im Chemiesektor gaben Aktien von Ems-Chemie um 1,3 Prozent nach. Die veröffentlichten Umsatzzahlen zum ersten Quartal lagen unter den durchschnittlichen Schätzungen. Positiv wurden hingegen Angaben zur Gewinnentwicklung und die bestätigte Prognose vermerkt./mf/men