ROUNDUP/Deutschland: Industrieproduktion sinkt überraschend
WIESBADEN (dpa-AFX) - Im Verarbeitenden Gewerbe in Deutschland zeichnet sich noch keine Trendwende ab. Im Februar ging die Fertigung in den Unternehmen im Monatsvergleich überraschend um 0,3 Prozent zurück, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Donnerstag in Wiesbaden mitteilte. Analysten hatten hingegen eine leichte Belebung erwartet, sie waren im Schnitt von einem Produktionsanstieg um 0,7 Prozent ausgegangen.
Im Januar war der für die deutsche Wirtschaft wichtige Bereich allerdings nicht ganz so schwach ins Jahr gestartet wie ursprünglich gemeldet. Die Fertigung stagnierte nach revidierten Zahlen und ist nicht wie zuerst gemeldet um 0,5 Prozent gesunken. Im Jahresvergleich meldete das Statistikamt für Februar kalenderbereinigt eine Stagnation.
Am Vortag hatten bereits Auftragsdaten enttäuscht. Das Wachstum war im Februar nach dem Einbruch zum Jahresstart hinter den Erwartungen zurückgeblieben.
"Über einen etwas längeren Zeitraum betrachtet bewegt sich die Produktion seit Ende 2024 weitgehend seitwärts", schreibt Commerzbank-Analyst Ralph Solveen. "Gleiches gilt bis zuletzt für die Auftragseingänge, sodass kurzfristig auch nicht mit einem nachhaltigen Anstieg der Produktion zu rechnen ist."
"Die bisherige Bilanz für die ersten drei Monate zeigt, dass die deutsche Wirtschaft ohne großen Schwung in das Jahr 2026 startete", kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. "Die Industrieproduktion ist weiterhin mit angezogener Handbremse unterwegs." Die Folgen des Iran-Kriegs dürften die Wirtschaftsleistung dämpfen. Da im März die hohen Energiepreise den privaten Konsum belastet haben dürften, werde das Bruttoinlandsprodukt weiterhin auf der Stelle treten./jsl/jha