APA ots news: 48. Sitzung des Finanzmarktstabilitätsgremiums (FMSG)
Wien (APA-ots) - Die 48. Sitzung des Finanzmarktstabilitätsgremiums
(FMSG) fand am 9.
April 2026 statt. Schwerpunktthemen waren die Empfehlungen zum
Antizyklischen Kapitalpuffer, der Beschluss des Jahresberichts zum
Jahr 2025 und die Überarbeitung der makroprudenziellen Strategie. Das
Gremium hat auch die Auswirkungen des Kriegs im Nahen und Mittleren
Osten sowie neuer Technologien auf die Finanzmarktstabilität
diskutiert.
Zwtl.: Antizyklischer Kapitalpuffer
Das FMSG empfiehlt der Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA), den
Antizyklischen Kapitalpuffer (AZKP) bei 0 % der inländischen
risikogewichteten Aktiva zu belassen. Zum Jahresende 2025 wiesen drei
von sechzehn Indikatoren auf erhöhte finanzzyklische Risiken hin,
wobei die beiden Indikatoren zur Kredit-BIP-Lücke, die in der
Bemessung finanzzyklischer Risiken höher gewichtet werden, unter den
kritischen Schwellenwerten blieben.
Details hierzu finden sich in der Empfehlung ( FMSG/1/2026 ). Das
Dashboard der Indikatoren zu systemischen zyklischen Risiken wird in
einer interaktiven Version auch auf der Website der OeNB
veröffentlicht.
Zwtl.: Nahost-Krieg, Künstliche Intelligenz und Stablecoins
Das Gremium hat festgestellt, dass die direkten Exponierungen des
österreichischen Finanzsektors gegenüber der vom Krieg im Nahen und
Mittleren Osten betroffenen Region gering sind. Allerdings bringen
die Folgewirkungen des Kriegs - ein eingetrübter Wirtschaftsausblick
sowie ein Anstieg von Inflation und Zinsen - zusätzliche Risiken mit
sich. Die makroprudenziellen Kapitalpuffer sowie die im historischen
Vergleich gute Kapitalisierung des Bankensystems stellen wichtige
Komponenten für die Resilienz der österreichischen Banken gegenüber
diesen Risiken dar. Eine zurückhaltende Ausschüttung von Gewinnen ist
ein wichtiger Beitrag für den Erhalt der Risikotragfähigkeit des
Bankensektors.
Das Gremium hat zudem die Implikationen neuer Technologien, wie
Künstliche Intelligenz und Stablecoins, für die Finanzmarktstabilität
in Österreich diskutiert. Risiken aus Künstlicher Intelligenz
bestehen insbesondere aus einem Strukturwandel in Real- und
Finanzwirtschaft. Dazu kommen operationelle Cyberrisiken und
Abhängigkeiten von einem sehr konzentrierten Markt an Anbietern.
Die Finanzmarktstabilitätsrisiken aus Stablecoins werden derzeit
noch als gering eingeschätzt. Stablecoins sind aber ein rasch
wachsender Markt. Das FMSG wird die Entwicklungen weiter beobachten.
Zwtl.: Jahresbericht 2025
Im Jahr 2025 konzentrierte sich das FMSG auf die Identifizierung
und Adressierung systemischer Risiken in der Gewerbe- und
Wohnimmobilienfinanzierung sowie auf die jährliche Evaluierung des
Puffers für systemrelevante Institute (OSII) und die vierteljährliche
Festlegung des antizyklischen Kapitalpuffers (AZKP).
Der Jahresbericht wird an den Bundesminister für Finanzen und den
Finanzausschuss des Nationalrats übermittelt und auf der Website des
FMSG veröffentlicht.
Zwtl.: Makroprudenzielle Strategie
Das Gremium hat in dieser Sitzung die makroprudenzielle Strategie
für das FMSG im Zusammenspiel mit FMA und OeNB diskutiert und
überarbeitet. Die Anpassungen in der Strategie spiegeln Änderungen in
den rechtlichen Rahmenbedingungen sowie neue Erkenntnisse und
Methoden wider.
Die überarbeitete Version wird auf der Website des FMSG
veröffentlicht.
Rückfragehinweis:
Sekretariat des Finanzmarktstabilitätsgremiums
z.Hd. Mag.a Marlies Schroeder, MiM
(+43-1) 404 20-6900
kontakt@fmsg.at
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