ROUNDUP/USA: Iran-Krieg treibt Inflationsrate auf 3,3 Prozent
WASHINGTON (dpa-AFX) - Der Iran-Krieg hat die US-Inflationsrate im März deutlich nach oben getrieben. Im Jahresvergleich stiegen die Verbraucherpreise um 3,3 Prozent, wie das Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Im Februar hatte die Inflationsrate noch bei 2,4 Prozent gelegen. Volkswirte hatten im Schnitt mit einem noch etwas stärkeren Anstieg der Rate auf 3,4 Prozent gerechnet.
Im Vergleich zum Vormonat legten die Verbraucherpreise um 0,9 Prozent zu. Dies war so von Experten erwartet worden.
Getrieben wurde die Preisentwicklung durch die im Zuge des Iran-Kriegs deutlich gestiegenen Energiepreise. Sie legten um 10,9 Prozent zum Vormonat zu. Dies ist der stärkste Anstieg seit September 2005. Die Benzinpreise stiegen gar um 21,2 Prozent. Im Jahresvergleich kletterten die Energiepreise um 12,5 Prozent.
Die Kerninflationsrate, bei der schwankungsanfällige Preise für Energie und Nahrungsmittel herausgerechnet werden, stieg deutlich moderater. Sie kletterte von 2,5 Prozent im Vormonat auf 2,6 Prozent. Volkswirte hatten mit einem Anstieg auf 2,7 Prozent gerechnet.
Experten gehen nach den Daten überwiegend davon aus, dass die US-Notenbank zunächst abwarten werde. "Die niedrige Kerninflationsrate dürfte die US-Notenbank ermutigen, durch den ölpreisbedingten Anstieg der Inflation 'hindurchzuschauen', auch wenn der letzte derartige Versuch nach der Pandemie gründlich in die Hose gegangen ist", kommentierte Dirk Chlench, Volkswirt bei der LBBW. "Diesmal sollten jedoch preissensible US-Verbraucher und hohe Produktivitätsgewinne der US-Wirtschaft die Inflation in Schach halten."
"Die Fed wird nun beobachten, ob es aufgrund der höheren Energiepreise zu Zweitrundeneffekten kommt", kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. "Es geht also um die Frage, ob die höheren Benzinpreise in einem breiteren Preisanstieg münden."
Entscheidend bleibt die Entwicklung im Nahen Osten. Die entscheidende Frage ist wohl, ob der Waffenstillstand zwischen dem Iran und den USA hält und die Straße von Hormus wieder frei passierbar sein wird. Die Finanzmärkte reagierten kaum auf die Daten./jsl/he