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Marine und Industrie üben Schutz kritischer Infrastruktur

12.04.2026
um 09:04 Uhr

ROSTOCK (dpa-AFX) - Die Sabotage der Nord-Stream-Pipelines sowie vermehrte Schäden an Untersee-Kabeln haben die Sicherheit kritischer Infrastruktur in der Ostsee in den Fokus gerückt. Ab Montag trainiert die deutsche Marine zusammen mit Partnern aus Industrie und Wissenschaft für den Schutz solcher Anlagen. Die bis 24. April angesetzte Übung findet unter anderem in der Mecklenburger Bucht statt. Die Marine ist nach eigenen Angaben mit Korvetten und Minenjagdeinheiten beteiligt.

Hinter der Übung steht die Initiative SeaSEC, die Ende 2023 von den Verteidigungsministerien von sechs Ostsee- und Nordsee-Anrainerstaaten gegründet wurde.

Der Übung liegen verschiedene Szenarien zugrunde, etwa ein angenommener Angriff auf ein Unterseekabel oder eine Offshore-Konverter-Plattform. In Warnemünde soll zudem der Schutz eines Hafens geübt werden. Der Fokus liegt nach Angaben der Organisatoren auf der Zusammenführung und Nutzung von Daten für ein Raum-Lagebild unter und über Wasser.

Auch autonome Fahrzeuge dabei

Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Ostsee weist in einer Mitteilung andere Seefahrer darauf hin, dass in den für die Übung ausgewiesenen Gebieten mit einer Vielzahl von Überwasser- und Unterwasserfahrzeugen zu rechnen sei. Diese Fahrzeuge würden teils auch autonom beziehungsweise teilautonom agieren.

Maßgeblich beteiligt ist laut SeaSEC das Rostock Institute for Ocean Technologies. Die Übung soll auch im Bereich des Digital Ocean Labs stattfinden, das ist ein Ostsee-Bereich in Sichtweite von Nienhagen bei Rostock. Dort werden neue Technologien erprobt und es ragt gut sichtbar eine gelbe Forschungsplattform aus dem Wasser. Das Digital Ocean Lab ist früheren Angaben zufolge auch bei der Nato als Testfeld gelistet./chh/DP/zb