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KfW Research: Immer weniger mittelständische Unternehmen wollen einen
Kredit aufnehmen
Frankfurt am Main (ots) -
- Nur 27 Prozent der Mittelständler in Deutschland ziehen für Investitionen eine
Kreditfinanzierung in Betracht, tiefster Stand seit zehn Jahren
- Vor allem Kleinst- und Dienstleistungsunternehmen möchten sich nicht
verschulden
- Unsichere wirtschaftliche Lage dürfte eine Hauptursache für die Entwicklung
sein
Immer weniger mittelständische Unternehmen interessieren sich für eine
Kreditaufnahme bei ihrer Bank oder Sparkasse. Nur 27 Prozent der Mittelständler
in Deutschland sind grundsätzlich bereit, einen Bankkredit zur
Investitionsfinanzierung aufzunehmen - das ist der niedrigste Wert seit zehn
Jahren. Im Jahr 2023 zogen noch 42 Prozent, 2017 sogar 66 Prozent der
Unternehmen eine Kreditfinanzierung in Betracht.
Das sind Ergebnisse einer repräsentativen Sonderbefragung zum
KfW-Mittelstandspanel vom Januar 2026. Für das Mittelstandspanel werden kleine
und mittlere Unternehmen sämtlicher Wirtschaftszweige mit einem Jahresumsatz von
bis zu 500 Millionen Euro befragt.
"Die mittelständischen Unternehmen haben derzeit einen sehr ausgeprägten Wunsch
nach finanzieller Stabilität und Unabhängigkeit", sagt Dr. Dirk Schumacher,
Chefvolkswirt der KfW. "Die schwierige konjunkturelle Lage und die unsicheren
wirtschaftlichen Zukunftsaussichten führen dazu, dass viele Unternehmen sehr
vorsichtig agieren und auf Neuverschuldung verzichten."
So geben 63 Prozent der Unternehmen auf die Frage, wieso sie eine Kreditaufnahme
ablehnen an, dass sie Schulden vermeiden wollen. Das sind deutliche 23
Prozentpunkte mehr als 2017 und 27 Prozentpunkte mehr als 2023. Die Hälfte der
befragten Unternehmen sagt, dass sie grundsätzlich keine Fremdfinanzierung
anstrebt. 2017 gaben das nur 15 Prozent an, 2023 noch 27 Prozent. Immerhin 36
Prozent der Unternehmen haben eigenen Angaben zufolge genügend Eigenmittel für
Investitionen und daher keinen Kreditbedarf - das sagte 2017 nur jedes fünfte
Unternehmen. 30 Prozent der Unternehmen beklagen zudem, dass die Banken und
Sparkassen zu hohe Offenlegungspflichten hätten - also zu viele Informationen
von den Unternehmen verlangten. 2023 sagten das nur 17 Prozent.
Der Rückgang in der Bereitschaft zur Kreditfinanzierung wird fast ausschließlich
von Kleinstunternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten getrieben, die aufgrund
ihrer hohen Anzahl den Gesamttrend dominieren. Nur 27 Prozent von ihnen ziehen
eine Kreditfinanzierung in Betracht, nach 69 Prozent im Jahr 2017 und 41 Prozent
2023. Bei größeren Mittelständlern mit mehr als zehn Mitarbeitenden bleibt das
Kreditinteresse mit 56 Prozent dagegen über die Jahre hinweg recht stabil.
Zudem sind zwar alle Wirtschaftszweige von einem Rückgang des Kreditinteresses
betroffen. Besonders stark ist der Einbruch allerdings im Dienstleistungssektor,
wo aktuell nur noch 21 Prozent der Unternehmen eine Kreditaufnahme in Betracht
ziehen - 2017 waren es noch 73 Prozent, 2023 noch 39 Prozent.
"Positiv zu vermerken ist, dass mehr Unternehmen als noch vor einigen Jahren
ihre Eigenmittelausstattung als ausreichend für ihre Investitionsvorhaben
ansehen", sagt Dr. Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW. "Der
Investitionsbedarf im Mittelstand insgesamt ist aber so hoch, dass externes
Kapital unverzichtbar sein wird, um die Zukunft vieler Unternehmen zu sichern.
Ohne die grundsätzliche Bereitschaft mittelständischer Unternehmen, auch Kredite
aufzunehmen, drohen notwendige Investitionsvorhaben auszubleiben."
Die Kurzanalyse ist zu finden unter Fokus Volkswirtschaft | KfW (https://www.kfw
.de/%C3%9Cber-die-KfW/Service/Download-Center/Konzernthemen/Research/Fokus-Volks
wirtschaft/)
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