Ölpreis steigen - Iran-Verhandlung stocken
NEW YORK/LONDON (dpa-AFX) - Der Ölpreise sind am Montag angesichts der stockenden Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA merklich gestiegen. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Öl der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni zog im Vergleich zum Freitag um 3,44 Prozent auf 108,84 US-Dollar an. Der derzeit am meisten gehandelte Juli-Kontrakt legte um 1,71 Prozent auf 110,83 Dollar an.
Die diplomatischen Bemühungen um ein Ende des Iran-Kriegs haben am Wochenende keine Fortschritte gemacht. US-Präsident Donald Trump sagte eine angekündigte Reise seiner Unterhändler nach Pakistan am Samstag kurzfristig ab - zum zweiten Mal in einer Woche. Er begründete dies auch mit einem inakzeptablen Vorschlag des Irans. Die Straße von Hormus bleibt damit fast vollständig geschlossen.
Laut dem US-Nachrichtenportal Axios schlug der Iran den Vereinigten Staaten ein neues Angebot für die Öffnung der für den globalen Öltransport wichtigen Meeresstraße von Hormus vor. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es jedoch nicht. Der Ölmarkt bleibt skeptisch, da laut dem Bericht die Nuklearfrage erst später geklärt werden soll.
Unterdessen hat die US-Bank Goldman Sachs ihre Prognose für den Ölpreis angehoben. Im vierten Quartal dürfte der Brent-Preis bei 90 US-Dollar liegen, heißt es in einer Analyse. Bisher war Goldman Sachs von 80 Dollar ausgegangen. Der Wert für diesen Zeitraum liegt nun fast 30 Dollar höher als vor dem Iran-Krieg. "Wir gehen nun davon aus, dass sich die Exporte aus der Golfregion bis Ende Juni normalisieren werden, anstatt wie zuvor angenommen bis Mitte Mai, und dass sich die Produktion in der Golfregion langsamer erholen wird."/jsl/la/he