Wadephul übt scharfe Kritik an russischen Drohungen
BERLIN (dpa-AFX) - Mit scharfer Kritik hat Außenminister Johann Wadephul (CDU) auf indirekte Drohungen des Kreml gegen diplomatische Vertretungen in Kiew reagiert. Die Drohungen seien "inakzeptabel", sagte er der "Bild".
Wadephul sprach mit Blick auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin von einem "Zeichen der Panik, die in Moskau umgeht, weil die Konsequenzen der endlosen Kette schwerster Fehlentscheidungen Putins nicht mehr zu verstecken sind". Der Krieg gegen die Ukraine sei ein fortlaufendes Verbrechen gegenüber der Ukraine, mit jedem weiteren Tag aber auch ein Beweis der absoluten "Verachtung gegenüber den eigenen Soldaten, die als Kanonenfutter zu Tausenden in verlorene Schlachten geschickt werden", sagte der Außenminister. "Das Regime weiß genau, dass seine eigene Bevölkerung die geplante Siegesparade vor diesem Hintergrund nur als Hohn empfinden kann."
Hintergrund der Auseinandersetzung sind die bevorstehenden russischen Feiern anlässlich des Sieges im Zweiten Weltkrieg am 9. Mai. Präsident Putin hatte hierfür eine zweitägige Waffenruhe im Krieg gegen die Ukraine angekündigt, die am 8. und 9. Mai gelte. Für den Fall ukrainischer Angriffe zu den Siegesfeiern am 9. Mai drohte Russland mit Vergeltung im Zentrum von Kiew. Die Zivilbevölkerung und Mitarbeiter ausländischer diplomatischer Vertretungen sollten dann die Dreimillionenstadt rechtzeitig verlassen, wie es aus dem Verteidigungsministerium am Montag geheißen hatte.
Wadephul betonte: "Wir stehen weiter an der Seite der Ukraine und lassen uns nicht einschüchtern." Mit Blick auf die indirekten Drohungen gegen diplomatische Vertretungen in der ukrainischen Hauptstadt sagte der Außenminister, man beobachte die Sicherheitslage genau und stehe in engem Kontakt mit anderen diplomatischen Vertretungen vor Ort./tay/DP/he