Teilnehmerzahl bei Integrationskursen sinkt deutlich
BERLIN (dpa-AFX) - Im vergangenen Jahr haben deutlich weniger Menschen einen Integrationskurs in Deutschland begonnen, als in den Jahren davor. Wie eine Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der AfD-Bundestagsfraktion ergab, sank die Zahl der neuen Teilnehmer 2025 auf 307.000, nach jeweils gut 363.000 neuen Kursteilnehmern in den beiden Jahren davor.
Die Zahl der "erfolgreichen Kursaustritte" lag bei knapp 158.000, nach rund 168.000 im Vorjahr und rund 155.000 im Jahr davor. Für eine erfolgreiche Teilnahme muss ein Deutsch-Test auf einem bestimmtem Level sowie eine Prüfung zu Politik, Geschichte, Gesellschaft und Rechtsordnung in Deutschland bestanden werden.
127.000 "Kursaustritte aufgrund von Inaktivität" wurden den Angaben zufolge im vergangenen Jahr gezählt, nach 105.000 im Vorjahr und 90.000 im Jahr davor. Das können Kursabbrüche sein oder wenn Teilnehmer zwar den Kurs zu Ende besucht, aber Abschlussprüfungen nicht abgelegt haben.
Bundesrat fordert Rücknahme von Einsparungen bei Kursen
Das Bundesinnenministerium unter Minister Alexander Dobrindt (CSU) hatte Einsparungen bei den Kursen beschlossen. Sie stehen nur noch Menschen zur Verfügung, die auch gute Chancen haben, im Land zu bleiben. Für andere, die etwa in Asylverfahren mit unsicherem Ausgang stecken, werden die Kurse nicht mehr finanziert. Begründet wurde das mit hohen Kosten von mehreren Tausend Euro pro Teilnehmer.
Aus den Ländern kommt Kritik. Der Bundesrat hat die Bundesregierung in einer Entschließung dazu aufgefordert, das rückgängig zu machen. Er sei kontraproduktiv. Menschen, die einen dauerhaften Aufenthalt anstrebten, seien auf den Erwerb der notwendigen Sprachkenntnisse angewiesen.
Der sozialpolitische Sprecher der AfD-Fraktion, René Springer, forderte dagegen, das gesamte Konzept der Integrationskurse auf den Prüfstand zu stellen. Spracherwerb sei eine Bringschuld, die Kosten seien grundsätzlich von Migranten selbst zu tragen./jr/DP/men