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Deutsche IT-Branche: Zu wenig Präsenz in Wachstumsbereichen - US
Unternehmen greifen 70 % der europäischen Umsätze ab
Hamburg (ots) -
- Strukturelles Problem: US Unternehmen erzielen rund 70 % der europäischen
Umsätze - deutsche Anbieter zu wenig präsent in Wachstumssegmenten
- Höhere Risiken: Deutscher IT-Sektor mit insgesamt hohem Branchenrisiko - das
weltweite Risiko im mittleren Bereich
- Starke Position: Deutscher Anbieter in Industrie-Software, ERP-Integration und
spezialisierten B2B-Lösungen gut positioniert
- Potenzial I: Deutsche Anbieter vielerorts in früher Phase bei
KI-Monetarisierung
- Potenzial II: Mehr Daten sind eine Goldgrube für die Cloud- und
Cybersicherheitsbranche
Der deutsche IT- und Software-Sektor befindet sich in einer Phase des Umbruchs.
Während die Digitalisierung und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI)
neue Chancen eröffnen, bleibt das Wachstum im internationalen Vergleich hinter
den Erwartungen zurück. Dies geht aus der aktuellen Branchenanalyse des weltweit
führenden Kreditversicherers Allianz Trade hervor.
US Unternehmen erzielen rund 70 % der europäischen Umsätze
"Wir sehen aktuell einen globalen KI-Boom", sagt Milo Bogaerts, CEO von Allianz
Trade in Deutschland, Österreich und der Schweiz. "Allerdings profitieren davon
vor allem US-amerikanische IT-Unternehmen. Sie erzielen rund 70 % der
europäischen Umsätze, während deutsche Unternehmen wenig von dem Boom spüren und
das Wachstum hierzulande deutlich hinterherhinkt. Das ist vor allem ein
strukturelles Problem, denn die deutschen Unternehmen sind in den
wachstummstärksten Bereichen wenig präsent. Entsprechend verzeichnet der
deutsche IT-Sektor ein hohes Branchenrisiko. Das weltweite Risiko liegt hingegen
im mittleren Bereich. Aber: Viele deutsche Anbieter befinden sich derzeit noch
in einer frühen Phase, KI wirtschaftlich erfolgreich zu monetarisieren. Da ist
noch Luft nach oben und viel Potenzial."
Strukturelles Problem: Deutsche Anbieter zu wenig präsent in Wachstumssegmenten
Gründe für das schwächere Wachstum sind vor allem die geringe Präsenz deutscher
Anbieter in besonders wachstumsstarken Segmenten wie Hyperscale-Cloud,
KI-Plattformen und datengetriebenen Ökosystemen. Auch die geringere
Kapitalintensität und die langsameren Innovationszyklen bremsen lokale Anbieter
im internationalen Vergleich aus.
Im Jahr 2025 stieg der Gesamtumsatz des deutschen IT- und Software-Sektors um
rund 6 %. Dies liegt etwa 3 Prozentpunkte unter dem 10-Jahres-Durchschnitt und
deutlich hinter den zweistelligen Wachstumsraten, die weltweit - vor allem durch
US-Unternehmen und die steigende Nachfrage nach KI-Lösungen - erzielt wurden.
Die Margen erholten sich im gleichen Zeitraum auf etwa 15 % und haben sich damit
im Vergleich zum Vorjahr fast verdoppelt. Diese Verbesserung ist vor allem auf
strikte Kostenkontrolle und Preisdisziplin zurückzuführen. Dennoch bleibt die
Rentabilität volatil, und ein nachhaltiger Aufschwung, der direkt auf
KI-Investitionen zurückzuführen ist, zeichnet sich bislang nicht ab.
Chancen durch KI-Investitionen und Digitalisierung - fehlende Fachkräfte als
Herausforderung
"Trotz des moderaten Wachstums bleibt der deutsche IT-Sektor ein zentraler
Akteur in Europa", sagt Guillaume Dejean, Branchenexperte bei Allianz Trade.
"Deutsche Anbieter verfügen weiterhin über starke Positionen in
Industrie-Software, ERP-Integration und spezialisierten B2B-Lösungen. Zudem hat
die deutsche Wirtschaft ein hohes Interesse an der Integration von
KI-Technologien in Geschäftsprozesse. Dank der hohen digitalen Reife deutscher
Unternehmen im europäischen Vergleich und der Unterstützung durch EU-Mandate zur
Förderung der Digitalisierung eröffnen sich vielversprechende Möglichkeiten."
Viele Unternehmen wollen ihre KI-Investitionen deutlich ausweiten, stoßen jedoch
bei Skalierung und Fachkräften an Grenzen. Dies schafft Raum für
anpassungsfähige Dienstleister, die mit klaren Umsatzprognosen und schnellem
Return on Investment (ROI) punkten können.
Mehr Daten sind eine Goldgrube für die Cloud- und Cybersicherheitsbranche
Ein weiterer Wachstumsbereich ist die Cybersicherheit. Angesichts der
zunehmenden Datenmengen im Unternehmens- und Verbrauchersegment steigt die
Nachfrage nach entsprechenden Lösungen.
"Mehr Daten sind eine Goldgrube für die Cloud- und Cybersicherheitsbranche",
sagt Dejean. "Eine große Chance für die europäische IT- und Softwarebranche
ergibt sich aus dem exponentiellen Wachstum der in der gesamten Wirtschaft
generierten Daten. Daten sind zu einem zentralen strategischen Vermögenswert
geworden - entscheidend für das Verständnis des Kundenverhaltens, die
Optimierung von Abläufen und die Ermöglichung von KI-Anwendungsfällen. Damit
steigt die Nachfrage nach Rechenzentren, robuster Dateninfrastruktur und
Analysefähigkeiten. Dieses Umfeld ist besonders förderlich für Cybersicherheits-
und Datenspeicherlösungen, da Unternehmen immer komplexere und sensiblere
Datensätze sichern, verwalten und deren Wert erschließen müssen."
Regulatorische Anforderungen im Bereich Datenschutz verstärken diesen Trend
zusätzlich und treiben Unternehmen dazu, auf ausgefeiltere, konforme Plattformen
umzusteigen. Über die Infrastruktur hinaus wird die Fähigkeit, Rohdaten in
verwertbare Erkenntnisse umzuwandeln, zu einem entscheidenden
Unterscheidungsmerkmal und schafft Chancen für Softwareanbieter, die Speicher,
Sicherheit und Analytik in skalierbare Lösungen integrieren können. In diesem
Zusammenhang ist die Datenflut nicht nur eine Frage des Volumens, sondern ein
Hebel zur Wertschöpfung, der das nachhaltige Wachstum im gesamten europäischen
IT-Ökosystem untermauert.
Spagat zwischen digitaler Souveränität und technologischer Wettbewerbsfähigkeit
"Ein anhaltendes strategisches Dilemma für die europäische IT- und
Softwarebranche ist der Spagat zwischen digitaler Souveränität und
technologischer Wettbewerbsfähigkeit", sagt Dejean. "Die Verringerung der
Abhängigkeit von US-Hyperscalern ist zu einer politischen Priorität geworden,
doch deren tief integrierte Ökosysteme, Größenvorteile und führende
KI-Fähigkeiten machen eine Substitution kostspielig und komplex."
Eine zu abrupte Abkehr birgt das Risiko, dass Unternehmen einer
leistungsschwächeren Infrastruktur, einer verminderten Innovationsfähigkeit und
einer langsameren KI-Einführung ausgesetzt werden, was die Wettbewerbslücke
Europas potenziell vergrößern könnte. Gleichzeitig schränkt das Fehlen
europäischer Akteure mit vergleichbarer Breite und Größe die Machbarkeit eines
raschen Übergangs ein.
Herausforderungen durch Marktfragmentierung und geopolitische Risiken
Die mittelfristigen Aussichten (2026-2028) bleiben demnach herausfordernd.
"Die Fragmentierung des europäischen Marktes erschwert die Skalierbarkeit und
grenzüberschreitende Expansion und die Abhängigkeit von US-Technologien bleibt
bestehen - auch im öffentlichen Sektor", sagt Dejean. "Zudem bleibt der deutsche
IT-Sektor stark mit seiner industriellen Basis verbunden, was ihn anfällig für
Konjunkturabschwünge im verarbeitenden Gewerbe macht. Geopolitische Spannungen,
Inflationsrisiken und schwankende Energiepreise könnten die IT-Budgets
zusätzlich belasten, insbesondere bei langfristigen oder spekulativen
KI-Projekten."
Ein Balanceakt zwischen Effizienz und Innovation
In diesem anspruchsvollen Umfeld verlagert sich der Fokus der Branche zunehmend
von Skalierung hin zu Effizienz. Unternehmen, die selektiv vorgehen und auf
Projekte mit schneller Umsetzbarkeit und messbarem Mehrwert setzen, sind am
besten positioniert, um in diesem anspruchsvollen Umfeld in den kommenden Jahren
erfolgreich zu sein.
Die deutsche IT-Branche steht vor einem Balanceakt zwischen der Nutzung der
Chancen der KI-Revolution und der Bewältigung struktureller sowie
makroökonomischer Herausforderungen.
"Trotz der Herausforderungen bleibt der deutsche IT-Sektor ein zentraler Treiber
der wirtschaftlichen Transformation", sagt Bogaerts. "Die kommenden Jahre werden
allerdings entscheidend sein, um die Wettbewerbsfähigkeit im internationalen
Vergleich zu sichern und KI-Dienstleistungen erfolgreich zu monetarisieren."
Die vollständige Branchestudie finden Sie hier:
https://bit.ly/4cZNpJ6
Allianz Trade ist weltweiter Marktführer im Kreditversicherungsgeschäft und
anerkannter Spezialist für Bürgschaften und Garantien, Inkasso sowie Schutz
gegen Betrug oder politische Risiken. Allianz Trade verfügt über mehr als 100
Jahre Erfahrung und bietet seinen Kunden umfassende Finanzdienstleistungen an,
um sie im Liquiditäts- und Forderungsmanagement zu unterstützen.
Über das unternehmenseigene Monitoring-System verfolgt und analysiert die
Allianz Trade Gruppe täglich die Insolvenzentwicklung von mehr als 83 Millionen
kleiner, mittlerer und multinationaler Unternehmen und hat sofortigen Zugriff
auf die Daten von 289 Mio. Unternehmen in mehr als 160 Ländern. Insgesamt
umfassen die Expertenanalysen Märkte, auf die 92% des globalen
Bruttoinlandsprodukts (BIP) entfallen.
Mit dieser Expertise macht die Allianz Trade Gruppe den Welthandel sicherer und
gibt den weltweit über 75.000 Kunden das notwendige Vertrauen in ihre Geschäfte
und deren Bezahlung. Als Tochtergesellschaft der Allianz und mit einem AA-Rating
von Standard & Poor's ist die Holding von Allianz Trade mit Sitz in Paris im
Schadensfall der finanzstarke Partner an der Seite seiner Kunden.
Das Unternehmen ist in über 40 Ländern vertreten und beschäftigt mehr als 5.900
Mitarbeiter weltweit. 2025 erwirtschaftete die Allianz Trade Gruppe einen
konsolidierten Umsatz von EUR 4 Milliarden und versicherte weltweit
Geschäftstransaktionen im Wert von EUR 1.400 Milliarden.
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spiegelt die Verwendung von Wörtern wie "kann", "wird", "sollte", "erwartet",
"plant", "beabsichtigt", "glaubt", "schätzt", "prognostiziert", "potenziell"
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tatsächlichen Ergebnisse, Entwicklungen oder Ereignisse können aufgrund
verschiedener Faktoren von solchen zukunftsgerichteten Aussagen beträchtlich
abweichen. Zu solchen Faktoren gehören u.a.: (i) die allgemeine konjunkturelle
Lage einschließlich der branchenspezifischen Lage für das Kerngeschäft bzw. die
Kernmärkte der Allianz-Gruppe, (ii) die Entwicklung der Finanzmärkte
einschließlich der "Emerging Markets" einschließlich Marktvolatilität,
Liquidität und Kreditereignisse, (iii) die Häufigkeit und das Ausmaß der
versicherten Schadenereignisse einschließlich solcher, die sich aus
Naturkatastrophen ergeben; daneben auch die Schadenkostenentwicklung, (iv)
Stornoraten, (v) Ausmaß der Kreditausfälle, (vi) Zinsniveau, (vii)
Wechselkursentwicklungen einschließlich des Wechselkurses EUR-USD, (viii)
Entwicklung der Wettbewerbsintensität, (ix) gesetzliche und aufsichtsrechtliche
Änderungen einschließlich solcher bezüglich der Währungskonvergenz und der
Europäischen Währungsunion, (x) Änderungen der Geldpolitik der Zentralbanken
bzw. ausländischer Regierungen, (xi) Auswirkungen von Akquisitionen,
einschließlich der damit verbundenen Integrationsthemen, (xii)
Umstrukturierungsmaßnahmen, sowie (xiii) allgemeine Wettbewerbsfaktoren jeweils
in einem örtlichen, regionalen, nationalen oder internationalen Rahmen. Die
Eintrittswahrscheinlichkeit vieler dieser Faktoren kann durch Terroranschläge
und deren Folgen noch weiter steigen. Das Unternehmen übernimmt keine
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