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Aktien Frankfurt Ausblick: Rückschlag geht weiter mit anziehenden Ölpreisen

18.05.2026
um 08:19 Uhr

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax dürfte zu Wochenbeginn wegen der angespannten Nahost-Lage an seine Freitagsschwäche anknüpfen. Der X-Dax signalisierte für den deutschen Leitindex knapp eine Stunde vor dem Börsenstart ein Minus von 0,8 Prozent auf 23.752 Punkte. Damit kommt der Dax einer Unterstützungszone nahe, die der Charttechniker Martin Utschneider vom Broker Robomarkets bei 23.675 Punkten sieht. Indikationen des Brokers IG hatten in der Nacht sogar schon knapp darunter gelegen.

Wieder einmal belasten anziehende Ölpreise das Stimmungsbild. Als Grund gelten wieder schärfere Töne zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten. "Für den Iran tickt die Uhr, und sie sollten sich besser SCHNELL bewegen, sonst wird von ihnen nichts mehr übrig bleiben", schrieb US-Präsident Donald Trump auf der Plattform Truth Social. "DIE ZEIT DRÄNGT!" Der US-Verbündete Israel stellt sich bereits auf einen möglichen Neubeginn der gemeinsamen Angriffe im Iran ein.

Negativ sind auch die Vorgaben, denn die Nahost-Sorgen prägten am Morgen auch in Asien das Geschehen negativ. In den USA hatte die jüngste KI-Rally am Freitag zumindest eine Auszeit genommen, die Indizes hatten den Handel dort auch unterhalb ihres Standes zum europäischen Handelsschluss beendet. Der marktbreite S&P 500 und der Technologie-Auswahlindex Nasdaq 100 kamen beide von ihren Rekorden zurück.

Unternehmensseitig wird die Nachrichtenlage nach dem Auslaufen der Berichtssaison neuerdings wieder dünner, damit geht dem Markt auch ein wichtiger Kurstreiber verloren. Ein gewisses Interesse ist an den Aktien der Lufthansa erkennbar, die auf der Plattform Tradegate aber wegen des Ölpreiseffekts unter ihrem Xetra-Schluss gehandelt werden.

Aus einem Artikel in der "Neuen Zürcher Zeitung" vom Sonntag geht hervor, dass die Kühne Holding des Logistik-Milliardärs Klaus-Michael Kühne eine weitere Erhöhung ihres Anteils an der Fluggesellschaft nicht ausschließt. Die Lufthansa-Beteiligung diene der "Umsetzung der strategischen Ziele der Kühne Holding AG", sagte Verwaltungsratspräsident Karl Gernandt in der Zeitung. Ein Händler sah darin aber keine wirkliche Überraschung.

Negativ auswirken könnte sich eine Analystenabstufung bei der Commerzbank . Die Titel des Frankfurter Finanzinstituts wurden von dem Analysehaus Keefe Bruyette & Woods auf "Market perform" abgestuft - weniger als zwei Monate nach der Hochstufung. In deren Nachgang hatte sich der Kurs zuletzt dem Hoch seit 2010 genähert, das bisher mit 38,40 Euro vom August 2025 stammt.

Eine vorbörslich positive Ausnahme war die Sartorius-Aktie, die auf Tradegate mehr als zwei Prozent zulegen konnte. Für Gesprächsstoff sorgte hier ein Bericht im "Wall Street Journal", wonach der Investor Elliott beim Sartorius-Großaktionär Bio-Rad eingestiegen sein soll. Daraus würde ein gewisses Geflecht an Beteiligungen entstehen, denn Elliott ist dem Bericht zufolge auch bei Sartorius engagiert./tih/stk

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