Putin wirft Ukraine 'Terrorakt' im Gebiet Luhansk vor
MOSKAU (dpa-AFX) - Kremlchef Wladimir Putin hat nach einem mutmaßlich ukrainischen Angriff auf ein Studentenwohnheim in dem von Russland besetzten Gebiet Luhansk von einem "Terrorakt" mit vielen Toten gesprochen. Es gebe bisher mindestens 6 Tote, 39 Verletzte und 15 Vermisste, sagte Putin in Moskau zum Auftakt eines Treffens mit Absolventen des staatlichen Ausbildungsprogramms "Zeit der Helden". Das Gebäude einer Berufsschule in Starobilsk war in der Nacht nach russischen Angaben von einer ukrainischen Drohne getroffen worden.
"Es gibt keinerlei militärische Einrichtungen, Einrichtungen der Geheimdienste oder verwandter Dienste in der Nähe des Wohnheims", sagte Putin. Niemand könne behaupten, dass das Gebäude zufällig getroffen worden sei. Der Fall zeige, dass sich die Lage für die Ukraine von einer kritischen hin zu einer katastrophalen Situation wandele. Das Land wolle mit solchen "Verbrechen" ablenken von den Verhältnissen im Land und an der Front. Aus der Ukraine gab es zu den Vorwürfen bis zum späten Nachmittag keinen Kommentar.
Russisches Verteidigungsministerium soll Antwort vorbereiten
Putin forderte das russische Verteidigungsministerium auf, Vorschläge für eine Reaktion vorzubereiten. Den Angehörigen der Toten sowie den Verletzten stellte er Hilfe in Aussicht. Nach offiziellen Angaben waren zum Zeitpunkt der Attacke in dem fünfgeschossigen Wohnheim 86 Jugendliche im Alter von 14 bis 18 Jahren. Die Angaben lassen sich unabhängig nicht prüfen.
Russland überzieht die Ukraine seit mehr als vier Jahren mit einem zerstörerischen Angriffskrieg. Tag für Tag werden dabei Zivilisten in der Ukraine verletzt oder getötet - immer wieder auch in Wohnhäusern, Schulen, Kliniken und Kindergärten. Das 2022 annektierte Gebiet Luhansk ist nach russischen Angaben vollkommen unter Moskauer Kontrolle./mau/DP/he