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ROUNDUP: Uber will Delivery Hero übernehmen - Aktie zieht an

25.05.2026
um 08:14 Uhr

BERLIN (dpa-AFX) - Der US-Fahrdienstleister Uber ist an einer Komplettübernahme des Essenslieferdienstes Delivery Hero interessiert. Das im MDax notierte Unternehmen bestätigte ein Interesse durch den US-Konzern, der bereits ein Fünftel der Anteile hält und Zugriff auf weitere Aktien hat. Uber sei mit einem Angebot von 33 Euro pro Aktie auf die Gesellschaft zugekommen, teilte Delivery Hero am Samstag in Berlin mit. Das wäre weniger, als das Papier am Freitag zum Handelsschluss gekostet hatte. Am Montag zog der Kurs vorbörslich allerdings weiter an.

Die Aktie gewann auf der Handelsplattform Tradegate knapp 6 Prozent auf 35,60 Euro. Analyst Giles Thorne von der US-Investmentbank Jefferies schrieb am Wochenende bereits, das von Uber für eine Übernahme im Raum stehende Gebot von 33 Euro je Aktie reiche offenbar nicht aus. Einige Investoren wollten mehr als 40 Euro für ihre Anteilsscheine. Wie es jetzt weitergehe, sei schwer zu vorherzusagen, nicht zuletzt aufgrund einer "Myriade wettbewerbsrechtlicher Probleme". In der "Financial Times" hatte es am Wochenende unter Verweis auf informierte Personen geheißen, auch Uber-Rivale Doordash sei auf Anteilseigner zugegangen. Nach Informationen der Zeitung wollten zudem viele Investoren einen Preis von 40 Euro sehen.

Experte Marcus Diebel von der US-Bank JPMorgan schrieb, eine Übernahme wäre für die Aktionäre das Sahnehäubchen, schrieb er angesichts der jüngsten Kursrally. Für Uber würde der Deal strategisch Sinn machen - sowohl mit Blick auf die geografische Expansion als auch Synergiepotenzial. Auch Diebel sieht jedoch regulatorische Hürden.

Der Kurs der Delivery-Hero-Anteile hatte in den vergangenen Tagen unter anderem wegen der Spekulation über eine mögliche Offerte durch Uber kräftig angezogen. In den vergangenen zwei Wochen verteuerten sich die Anteile um fast 70 Prozent auf 33,59 Euro am Ende des Xetra-Handels vergangener Woche. Das Unternehmen kam damit auf einen Börsenwert von etwas mehr als zehn Milliarden Euro.

Delivery Hero hat seinen Sitz in Berlin, ist aber seit dem Verkauf des Deutschland-Geschäfts an Just Eat Takeaway hierzulande operativ nicht mehr aktiv. Das Unternehmen zählt allerdings wegen der starken Präsenz in Asien, Südeuropa, der arabischen Halbinsel und Afrika zu den weltweit größten Essenslieferdiensten. Uber betreibt mit Uber Eats selbst einen Essenslieferdienst - unter anderem auch in vielen Städten Deutschlands.

Vor einer Woche hatte Delivery Hero mitgeteilt, Uber halte nun 19,5 Prozent des ausgegebenen Kapitals von Delivery Hero, sowie weitere 5,6 Prozent in Form von Optionen. Zuletzt hatte Uber seine Beteiligung schon von gut 7 Prozent auf fast 18 Prozent aufgestockt. Die niederländische Beteiligungsgesellschaft Prosus hatte sich im Zuge des Kaufs des Konkurrenten Just Eat Takeaway (Lieferando) dazu bereit erklärt, ihre Beteiligung an Delivery Hero zu reduzieren.

Uber spreche jetzt auch andere Anteilseigner an, hatte es in einem Bloomberg-Bericht vom Freitagabend unter Berufung auf Finanzkreise geheißen. Aktuell halten die Niederländer von Prosus demnach noch etwa 16,8 Prozent, gefolgt von Aspex Management mit 14,4 Prozent. Die US-Bank Morgan Stanley , die den Kreisen zufolge Uber beim schnellen Ausbau ihres Anteils mittels Derivaten geholfen hat, verfügt einer Pflichtmitteilung vom Freitag zufolge vor allem indirekt durch Finanzinstrumente über 30 Prozent./zb/men/tih

Delivery Hero SE

WKN A2E4K4 ISIN DE000A2E4K43

DoorDash Inc.

WKN A2QHEA ISIN US25809K1051
DoorDash Inc. Chart
DoorDash Inc. Chart

Prosus N.V.

Uber Technologies Inc.

WKN A2PHHG ISIN US90353T1007