PARIS/LONDON/ZÜRICH (dpa-AFX) - Die deutliche Erholung der US-Technologiebörse Nasdaq hat auch den europäischen Aktienmärkten am Montag etwas Auftrieb gegeben. Die Lage im Nahen Osten rückte dagegen in den Hintergrund. Dort attackierten sich der Iran und Israel erstmals seit Inkrafttreten einer Waffenruhe im April wieder gegenseitig, erklärten zuletzt aber, ihre Angriffe wieder einstellen zu wollen.
Der EuroStoxx 50 schüttelte am Nachmittag seine Verluste ab und schloss prozentual unverändert mit 6.062,29 Punkten. Damit blieb der Leitindex der Eurozone in der engen Handelsspanne der vergangenen zwei Wochen. Der britische FTSE 100 kam mit einem Plus von 0,05 Prozent auf 10.373,20 Punkte ebenfalls kaum von der Stelle. Der Schweizer SMI konnte mit 13.320,99 Punkten seinen Tagesverlust auf 0,50 Prozent eindämmen.
Im Kielwasser der Nasdaq waren auch in Europa Technologiewerte am meisten gefragt. Die Aktien des Chipindustrie-Ausrüsters ASML gewannen an der EuroStoxx-Spitze 3,6 Prozent, während der Chiphersteller STMicro mit plus 4 Prozent die Gewinnerliste im französischen Cac 40 anführte.
Dagegen zählten die konjunktursensiblen Baustoff- und Chemieaktien zu den größten Verlierern.
Bei Einzelwerten sorgten Übernahmepläne für Bewegung. So geht die Fusionswelle unter Italiens Banken weiter: Die Turiner Großbank Intesa Sanpaolo will ihre heimische Konkurrentin Banca Monte dei Paschi di Siena schlucken. Schon am Wochenende hatte die deutlich kleinere Banco BPM mitgeteilt, mit Monte dei Paschi zusammengehen zu wollen. Damit kündigt sich ein Bieterkampf um die einstige Krisenbank an, die vor neun Jahren vom italienischen Staat vor dem Untergang gerettet worden war.
An der Börse in Mailand zogen die Aktien von Banca Monte dei Paschi di Siena um 13 Prozent an. Dagegen büßten die von Intesa Sanpaolo 1,4 Prozent ein. Für die Anteilsscheine von Banco BPM ging es um 0,8 Prozent hoch.
In London schnellten die Aktien von Tate & Lyle um 14,8 Prozent auf 564 Pence in die Höhe. Der US-Rivale Ingredion will den britischen Spezialzutatenhersteller übernehmen und bietet insgesamt 615 Pence je Aktie. Die Anteile von Tate & Lyle liegen damit deutlich unter dem von Ingredion angebotenen Preis. Analysten führten dies auf Sorgen mit Blick auf die wettbewerbsrechtliche Genehmigung der Offerte zurück./gl/men