WM 2026/Infantino über Visa-Affäre: 'Nicht die Könige der Welt'
MEXIKO-STADT (dpa-AFX) - FIFA-Präsident Gianni Infantino hat im Fall des von den USA abgewiesenen Schiedsrichters um Verständnis für die Position des Fußball-Weltverbands geworben. "Wir versuchen immer, Lösungen zu finden", sagte der 56-Jährige in Mexiko-Stadt. "Aber wir müssen respektieren, dass wir nicht die Könige der Welt sind, die über Regierungen und die Polizei bestimmen. Wir sind eine Sportorganisation."
Es sei "natürlich unglücklich", dass Omar Artan aus Somalia die Einreise verweigert worden sei. "Wir kontrollieren nicht alles. Wir versuchen, wir werden diskutieren, wir werden sprechen, wir werden sehen. Manchmal ist es gut, einfach zu chillen, relaxen. Wir versuchen, alles zu lösen", sagte Infantino. Später sagte er zu dem Thema Einreisen: "Wir hoffen, dass wir gute Nachrichten haben", wurde dabei aber nicht konkreter, was er meinte.
Sicherheitsbedenken als Grund für Ablehnung
Artan sollte als erster Schiedsrichter Somalias bei einer Weltmeisterschaft Spiele leiten, nachdem er es auf die finale Liste des Weltverbands FIFA geschafft hatte. Für die verweigerte Einreise sollen Sicherheitsbedenken wegen angeblicher Verbindungen zu einer Terrororganisation der Grund gewesen sein, hatte ein namentlich nicht genannter Vertreter der US-Regierung dem Nachrichtensender CNN mitgeteilt.
Somalia gehört zu den 39 Staaten, deren Staatsangehörige von den verschärften Einreisebestimmungen der US-Regierung von Präsident Donald Trump betroffen sind. Bürger dieser Länder werden bei der Einreise zusätzlichen Überprüfungen unterzogen.
FIFA: Nicht an Einwanderungsverfahren des Gastgebers beteiligt
Die FIFA hatte zuvor bereits darauf verwiesen, dass wie bei vorherigen Turnieren das Gastgeberland das ultimative Recht habe, über die Visavergabe zu entscheiden. "Die FIFA ist nicht an den Einwanderungsverfahren des Gastgeberlandes beteiligt, einschließlich der Entscheidung über Visaanträge", hieß es vom Weltverband.
Kritik am Weltverband
Dies hatte für deutliche Kritik gesorgt. UN-Menschenrechtschef Volker Türk hatte die USA in der Diskussion um die Einreiseprobleme vor der WM grundsätzlich zu einem Politikwechsel aufgefordert. Der frühere FIFA-Präsident Joseph Blatter griff seinen Nachfolger verbal an. "Der amtierende Präsident sollte beweisen, dass er stärker ist als sein guter Freund im Weißen Haus, nicht wahr?", sagte Blatter der "L'Équipe" in Anspielung auf das gute Verhältnis von Infantino zu US-Präsident Donald Trump./lü/DP/men